Ein 86-jähriger Halveraner ist am Donnerstagnachmittag, 10. September, Opfer eines Telefonbetrugs geworden. Ein Unbekannter hatte sich am Telefon als Amazon-Mitarbeiter ausgegeben und den Mann dazu gebracht, ihm Zugang zu seinem Online-Banking zu gewähren.
Der Anrufer behauptete, das Amazon-Konto des Seniors sei gehackt worden und es seien bereits mehrere Buchungen vorgenommen worden. Um den vermeintlichen Hackern das Handwerk zu legen, benötige er Zugriff auf das Bankkonto des 86-Jährigen. Der Senior gab daraufhin mehrfach Transaktionsnummern ein. In der Folge wurde laut Polizeiangaben mehrmals Geld von seinem Konto abgebucht.
Erst bei der letzten TAN-Eingabe kamen dem Mann Zweifel. Er beendete das Gespräch und handelte anschließend: Er rief umgehend bei seiner Bank an. Bis auf eine Transaktion konnte das Geld gestoppt beziehungsweise zurückgebucht werden. Zudem erstattete der Senior Anzeige bei der Polizei.
Darüber hinaus ließ er seine Bank- und Amazon-Konten sperren, nahm seinen Computer vom Netz und will diesen nun von einem Fachmann überprüfen lassen, berichtet die Polizei des Märkischen Kreises.
Polizei warnt vor Betrügern am Telefon
Die Polizei weist darauf hin, dass sich Anrufer am Telefon für nahezu jede Person oder Institution ausgeben können – etwa als Polizei, Staatsanwalt, Bankmitarbeiter oder Mitarbeiter eines Online-Händlers. Ob sich hinter einem vermeintlich hilfsbereiten Mitarbeiter tatsächlich ein Betrüger verbirgt, lässt sich während des Telefonats nicht zuverlässig feststellen.
Die Polizei rät deshalb: Je dramatischer die Nachricht eines unbekannten Anrufers klingt, desto eher sollten Betroffene auflegen. Insbesondere sollten am Telefon niemals Zugangsdaten, TANs oder andere sensible Informationen weitergegeben werden.
Um sich im Zweifel selbst bei der angeblichen Institution rückversichern zu können, empfiehlt die Polizei, wichtige Telefonnummern griffbereit neben dem Telefon zu haben. Dazu können beispielsweise die Nummer der Bank, der Stadtwerke, eines Pflegedienstes oder naher Angehöriger gehören. Wer von einem vermeintlichen Mitarbeiter kontaktiert wird, sollte das Gespräch beenden und die betreffende Institution anschließend über die selbst herausgesuchte beziehungsweise bekannte Telefonnummer zurückrufen.
Wer erst im Nachhinein bemerkt, dass er Opfer eines Betrugs geworden ist, sollte ebenfalls schnell handeln. Die Polizei empfiehlt, unverzüglich die eigene Bank zu informieren und Anzeige zu erstatten.








