An der Hemeraner Prinzhornstraße kocht die Volksseele bei den Anwohnern, insbesondere bei den Eigentümern der Häuser 9 bis 21. Auslöser sind die aktuellen Bauarbeiten des Energieversorgers Enervie Vernetzt. Dafür wurde die Fahrbahn der engen, steilen Sackgasse über eine weite Strecke von einem Bagger aufgerissen. Anlass ist die Verlegung von neuen Strom- und Wasserleitungen. Dafür musste die Prinzhornstraße komplett gesperrt werden. Die Bauarbeiten sollen noch mehrere Wochen andauern.
Verständnis für die Arbeiten
„Wir haben grundsätzlich Verständnis dafür, dass die Arbeiten durchgeführt werden müssen. Was uns allerdings Sorge bereitet, ist die fehlende Erreichbarkeit unserer Häuser“, erklärt Anwohnerin Jessica Stindt vor Ort beim Besuch der LokalDirekt-Redaktion. Im Vorfeld sei den Hausbesitzern mitgeteilt worden, dass Stahlplatten eingesetzt werden sollen, damit die Anwohner nach Abschluss der täglichen Arbeiten und an Wochenenden wieder zu ihren Häusern fahren können. „Auf dieser Grundlage sind wir davon ausgegangen, dass zumindest eine zeitweise Zufahrt gewährleistet wird“, ergänzt Stefan Brands. Davon sei man aber wieder abgerückt. Er hatte auch die „grabenfreie Verlegung“ der Leitungen unterirdisch vorgeschlagen, die aber verworfen wurde. Stefan Brands: „Das war ihnen wohl zu teuer.“ Einen Baustopp wolle man aber auf keinen Fall.
Sorge um den Rettungsdienst
Insbesondere die Anwohner der Häuser mit den Hausnummern 9 bis 21 sorgen sich darum, wie die Müllabfuhr erfolgen soll, wie der Rettungsdienst bei Notfällen durchkommen soll, wo die Ersatzparkplätze für die Fahrzeuge sind und dass ältere sowie körperlich eingeschränkte Bewohner quasi an ihr Zuhause gebunden sind. „Für den Abschnitt ist nach derzeitiger Planung ein Zeitraum von höchstens vier Wochen vorgesehen. Die übrigen Abschnitte können unter halbseitiger Sperrung ausgeführt werden“, hatte Enervie Vernetzt im Vorfeld der Baumaßnahmen den Anwohnern mitgeteilt.
Feuerwehr war eingebunden
„Bei den Arbeiten in der Prinzhornstraße handelt es sich um eine Baumaßnahme von Enervie Vernetzt. Die Stadt Hemer ist als Genehmigungsbehörde beteiligt. Darüber hinaus war die Feuerwehr Hemer in die Vorbereitung der Maßnahme eingebunden. Die Erreichbarkeit der Wohnhäuser bei Notfällen wurde bei der Planung berücksichtigt. In Abstimmung mit der Feuerwehr wurde hinter der Baustelle ein Depot in Form eines Baucontainers eingerichtet. Dort stehen tragbare Leitern, Schlauchmaterial, Fluchthauben, Schlauchtragekörbe und weitere einsatzdienliche Werkzeuge bereit. Damit befindet sich ein Teil der Ausrüstung, die üblicherweise auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt wird, bereits auf der durch die Baustelle abgetrennten Straßenseite und steht im Einsatzfall unmittelbar zur Verfügung“, heißt es nach Anfrage von der Stadt Hemer.
Keine Bedenken wegen des Brandschutzes
Die Feuerwehr habe am Montagvormittag nochmals eine Begehung durchgeführt und dabei festgestellt, dass aus brandschutztechnischer Sicht keine Bedenken bestehen. Der Rettungsdienst habe innerhalb des Baufeldes ausreichend Platz, um die Gebäude zu erreichen. „Anwohnerinnen und Anwohner, die aufgrund einer Mobilitätseinschränkung, einer Pflegebedürftigkeit oder einer anderen besonderen persönlichen Situation Unterstützung benötigen, werden gebeten, frühzeitig Kontakt mit dem Ordnungsamt der Stadt Hemer aufzunehmen. Gemeinsam kann dann geprüft werden, welche Unterstützung im konkreten Einzelfall möglich ist“, so die Stadt Hemer weiter
Arbeiten nach drei Wochen beendet
Enervie Vernetzt stehe zudem in engem Austausch mit den Anwohnern und biete wöchentliche Vor-Ort-Termine an. „Diese dienen dazu, die durch die Baustelle entstehenden Schwierigkeiten regelmäßig mit den Betroffenen zu besprechen und mögliche Lösungen und Alternativen zu prüfen.“ Wenn alles gut gehe und der Untergrund es zulasse, so die Stadtverwaltung weiter, könnten die Bauarbeiten in zwei bis drei Wochen beendet sein.









