Die Ausgleichszahlungen für Eingriffe in Natur und Landschaft kommen im Märkischen Kreis zunehmend Projekten des Naturschutzes zugute. Darüber informierte die Untere Naturschutzbehörde den Beirat des Kreises in seiner jüngsten Sitzung.
Die sogenannten Ersatzgelder werden erhoben, wenn Eingriffe — etwa durch Bau- oder Infrastrukturvorhaben — nicht direkt vor Ort ausgeglichen werden können. Die Gelder müssen anschließend zweckgebunden für Maßnahmen im Naturschutz und in der Landschaftspflege eingesetzt werden.
Einnahmen vor allem durch Windenergieprojekte
Zu Beginn des Jahres 2025 standen dem Märkischen Kreis rund 184.500 Euro an Ersatzgeldern zur Verfügung. Im Laufe des Jahres kamen für 25 weitere Vorhaben etwa 640.000 Euro hinzu. Ein Großteil dieser Summe — rund 90 Prozent — steht im Zusammenhang mit Ausgleichszahlungen für den Bau von Windenergieanlagen.
Naturschutzmaßnahmen bereits umgesetzt
Im vergangenen Jahr wurden rund 31.500 Euro aus dem Topf für konkrete Projekte eingesetzt. Nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde gehörten dazu unter anderem die Entfernung von Fichtenbeständen in Halver, Bewaldungsmaßnahmen in Kierspe und im Naturschutzgebiet Balver Wald sowie die ökologische Aufwertung eines Gewässereinlaufs in Plettenberg-Papenkuhle.
Weitere Projekte in Planung
Zum 31. Dezember 2025 verfügte der Märkische Kreis noch über rund 793.300 Euro an Ersatzgeldern. Ein Teil der Mittel ist bereits für kommende Maßnahmen vorgesehen. Geplant sind unter anderem weitere Entfichtungsmaßnahmen an Bachläufen, etwa im Naturschutzgebiet „Wilde Ennepe“, sowie Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in Naturschutzgebieten in Halver, Meinerzhagen, Plettenberg und Iserlohn.
Auch Renaturierungen von Gewässerabschnitten, die Erneuerung von Verschlüssen an Fledermausquartieren sowie weiterer Grunderwerb in oder in der Nähe von Naturschutzgebieten sollen mit den Mitteln finanziert werden. Ein Grund für den derzeit hohen Geldbestand ist, dass einige geplante Grundstückskäufe – teilweise im sechsstelligen Bereich – bislang noch nicht abgeschlossen werden konnten.
Zunehmende Starkregen als Herausforderung
Ein weiteres Thema der Sitzung war der Schutz landwirtschaftlicher Flächen vor Erosion. Johannes Söbbeler von der Bezirksstelle für Agrarstruktur Arnsberg der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen informierte über mögliche Maßnahmen.
Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nehmen Starkregenereignisse sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer Intensität zu. Vorgestellt wurden unter anderem bodenschonendere Bewirtschaftungsformen, angepasste Fruchtfolgen sowie Methoden zur Analyse und Bewertung von Erosionsschäden.









