Große Anerkennung für jahrzehntelangen Einsatz im Vereinssport: Ingrid Möller ist im Schwelmer Kreishaus mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Jan-Christoph Schaberick würdigte dabei vor allem ihr außergewöhnliches Engagement für den TuS Breckerfeld — und für die Menschen der Hansestadt.

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Sechs Jahrzehnte Einsatz für den TuS

„Ingrid Möller organisiert in Breckerfeld nicht nur Sport, sie lebt ihn“, sagte der Landrat bei der Verleihung. Sie bringe Menschen zusammen, vermittle Werte und habe den Verein für viele „zu einer zweiten Familie“ gemacht.

Seit 1965 ist Möller Mitglied im TuS Breckerfeld, der sie auch für die Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hatte. Über die Jahre wirkte sie als Übungsleiterin, Abteilungsleiterin und Ideengeberin zahlreicher Angebote. Ihr Engagement prägte den Verein nachhaltig und machte ihn zu einer festen Größe in der Hansestadt.

Ein besondere Herzensangelegenheit war Ingrid Möller dabei stets das Kinderturnen. Bereits 1983 rief sie entsprechende Gruppen ins Leben — ein Angebot, das bis heute zentral für den Verein ist. Generationen von Kindern hat sie bei ihren ersten sportlichen Schritten begleitet, und viele sind dem TuS bis ins Erwachsenenalter in unterschiedlichsten Sportarten treu geblieben.

Auch die Förderung von Frauen im Sport trieb sie konsequent voran. Mit Formaten wie dem „Aktionstag für Frauen und Mädchen“, zu dem sie auch Teilnehmerinnen aus umliegenden Städten in die Breckerfelder Sporthallen zog, setzte Ingrid Möller früh Impulse für mehr Teilhabe und Sichtbarkeit.

„Antriebsmotor“ für das Sportabzeichen

Eng verbunden ist Möllers Name zudem mit dem Deutschen Sportabzeichen. Mehr als vier Jahrzehnte organisierte sie die Abnahme, bereitete Teilnehmer vor und warb auch konsequent an den Schulen für die Teilnahme. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im kreisweiten Vergleich belegte Breckerfeld über Jahre hinweg Spitzenplätze. „Da ist es wenig verwunderlich, dass Ingrid Möller selbst bereits mehr als fünfzig Mal ihr Sportabzeichen in Empfang nehmen konnte“, so Schaberick.

Und trotz der Auszeichnung denkt die 80-Jährige nicht ans Aufhören: Noch immer steht Ingrid Möller regelmäßig in der Halle, gibt beim TuS Kurse, bei denen sie selbst aktiv mitmacht: freitags beim „Präventiven Haltungstraining für den Rücken“ und montags bei der „Fitness-Gymnastik“. 

Sport als gesellschaftlicher Kitt

Möllers Leitgedanke „Sport verbindet“ ziehe sich durch ihr gesamtes Wirken, sie habe mit ihrem ehrenamtlichen Engagement Werte wie Teamgeist, Fairness und Zusammenhalt vermittelt, die weit über den Sport hinausreichen. „Dieses Engagement, dieses Zusammenbringen von Menschen ganz unabhängig von Alter, Herkunft und Geschlecht wird heute verdient sichtbar anerkannt“, betonte Schaberick. Nicht nur die Stadt Breckerfeld, sondern auch der Ennepe-Ruhr-Kreis könne sich glücklich schätzen, solche Persönlichkeiten in seinen Reihen zu haben.

Hintergrund: Der Verdienstorden am Bande

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland — auch Bundesverdienstkreuz genannt — wurde 1951 von Theodor Heuss gestiftet. Seitdem sind mehr als 263.000 Menschen für besondere Leistungen im sozialen, gesellschaftlichen oder karitativen Bereich ausgezeichnet worden.

Grundsätzlich kann jeder Bürger eine Person für den Verdienstorden vorschlagen. In Nordrhein-Westfalen können entsprechende Anregungen bei den zuständigen kommunalen Verwaltungen eingereicht werden. Nach Prüfung über Bezirksregierung und Staatskanzlei trifft der Bundespräsident die abschließende Entscheidung über die Verleihung.

Weitere Informationen zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland gibt es in einer Reportage, in der LokalDirekt die im nur wenige Kilometer entfernten Lüdenscheid gelegenen Firma Steinhauer und Lück besucht. Dort werden die Orden hergestellt.