Mit intensivem Blau und Motiven aus der Natur zieht ab Sonntag, 14. Juni, eine neue Ausstellung in die Villa Wippermann ein: Zu sehen sind Arbeiten des Künstlers Anno Weihs, die sich einem besonderen fotografischen Verfahren widmen – der Cyanotypie, einer analogen Technik, bei der Bilder im Zusammenspiel von Licht, Zeit und Natur entstehen.

Mit einer Vernissage um 12 Uhr eröffnet der Bürgermeister am Sonntag offiziell die Ausstellung, anschließend ist diese bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Mit intensivem Blau und Motiven aus der Natur zieht ab Sonntag eine neue Ausstellung in die Villa Wippermann ein.
Foto: Amaris Seegmüller

Die „Blaupause“ der Fotografie

Die Cyanotypie gilt als eine Art „Blaupause“ der Fotogeschichte – ein Begriff, den auch der Künstler selbst bewusst aufgreift. Ursprünglich diente das Verfahren zur technischen Vervielfältigung von Bauplänen. „Dann kam die Entwicklung der richtigen Fotografie“, sagt Anno Weihs rückblickend.  Charakteristisch für die Technik ist der intensive Farbton: Durch Eisensalze im Papier, die mit einer eigens angerührten Lösung kombiniert werden, entsteht das sogenannte „Berliner Blau“.

Wenn die Landschaft mitgestaltet

„Die Bilder entstehen draußen in der Natur“, beschreibt Weihs seinen Arbeitsprozess. Vieles hängt vom Moment ab. „Ich entscheide spontan, wo ich das Bild mache – wenn ich sehe, dass es dort ein schönes Schattenspiel gibt, entsteht das Bild genau an dieser Stelle“, sagt er.

Seit 2004 arbeitet Anno Weihs hauptberuflich als Künstler. Der Kontakt zur Villa Wippermann entstand dabei aus eigener Initiative heraus. „Ich habe irgendwo mal ganz tolle Fotos von den Ausstellungen hier gesehen, und dachte mir, es würde gut passen, meine Arbeiten hier auszustellen“, erklärt Weihs.

Mit intensivem Blau und Motiven aus der Natur zieht ab Sonntag eine neue Ausstellung in die Villa Wippermann ein.
Foto: Amaris Seegmüller

Heimat als künstlerischer Ausgangspunkt

Der persönliche Zugang zur Natur prägt seine Arbeit grundlegend. „Ich liebe die Natur“, sagt Weihs, der regelmäßig wandert. Für seine Arbeiten nutzt er dabei auch Quellwasser aus dem „Hälversprung“. Im Unterschied zur klassischen Fotografie gibt es keine nachträglichen Korrekturen: „Die Bilder zeigen, dass man entschleunigt arbeiten kann. Es ist ein Arbeiten mit der Natur – nicht gegen sie“, betont der Künstler.

Besonders die Zeit der Corona-Pandemie habe seinen Blick verändert. „Man konnte nicht mehr reisen“, erinnert er sich. Daraus habe sich eine neue Nähe zur eigenen Umgebung entwickelt: „Ich komme aus dem Sauerland und wollte mich in meiner Arbeit noch intensiver mit meiner Heimat auseinandersetzen.“ Die in den Bildern verarbeiteten Eisensalze verweisen auf die bergbaugeprägte Geschichte des Sauerlandes, wo über viele Jahrzehnte Eisen gewonnen wurde.

Ausstellung und Öffnungszeiten

Die Ausstellung "Blaupause" von Anno Weihs ist vom 14. Juni bis 20. September in der Villa Wippermann an der Frankfurter Straße 45 in Halver zu sehen.

Die Öffnungszeiten sind Dienstag und Mittwoch 15 – 17 Uhr, Donnerstag 15 – 19 Uhr und
Sonntag 11 – 16 Uhr. An Feiertagen ist das Museum in der Regel geschlossen.