Ab Montag, 17. August, beginnt die Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW mit der Deckensanierung der L528 (Frankfurter Straße/Hagener Straße) zwischen Breckerfeld-Branten und Breckerfeld-Königsheide. Die Arbeiten erfolgen unter Vollsperrung — und damit anders als ursprünglich angekündigt.
Bauablauf und Umleitung
„Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen beginnt ab Montag, 17. August, mit der Deckensanierung, unter Vollsperrung, im Zuge der L528 (Frankfurter Straße/Hagener Straße) zwischen Breckerfeld-Branten und Breckerfeld-Königsheide“, meldet der Landesbetrieb Straßen.NRW am Mittwoch, 12. August.
Der erste Bauabschnitt liegt demnach in Breckerfeld-Branten und ist rund 1500 Meter lang. Er endet kurz vor dem Kreisverkehr „Vor dem Tore” und soll nach Angaben von Straßen.NRW etwa fünf Wochen dauern. Weitere Bauabschnitte folgen anschließend, hierzu kündigt der Landesbetrieb zeitnah weitere Informationen an. Insgesamt rechnet Straßen.NRW für alle Abschnitte unter Vollsperrung mit rund sechs Monaten Bauzeit. Für diesen Zeitraum werde der Durchgangsverkehr weiträumig über das Volmetal umgeleitet: Ab Hagen wird die entsprechende Strecke als „U7“ über die B54 und K10 ausgeschildert und in der Gegenrichtung als „U8“ sein.
Blumenthal sieht Widerspruch zur ursprünglichen Planung
Die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Blumenthal hat zu der Maßnahme am 5. August eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Darin verweist sie darauf, dass die L528 als Ausweichstrecke infolge der Sperrung der Talbrücke Rahmede auf der A45 zusätzlich belastet wurde und Teil des Sonderprogramms „Straßeninfrastruktur Südwestfalen” des Landes ist, für das 2026 weitere fünf Millionen Euro bereitgestellt würden.
Nach den ursprünglichen Angaben von Straßen.NRW sollte die rund 3,6 Kilometer lange Maßnahme laut Blumenthal binnen etwa sechs Monaten abgeschlossen werden — “unter Teilvollsperrungen beziehungsweise abschnittsweiser halbseitiger Verkehrsführung mit Ampelregelung”, wie es in der Anfrage heißt.
Nun stelle sich der Bauablauf jedoch anders dar: Sämtliche Abschnitte sollen unter Vollsperrung ausgeführt werden, und die Gesamtmaßnahme werde voraussichtlich erst 2027 abgeschlossen sein, auch wenn ursprünglich zugesichert worden sei, dass vor der Winterperiode keine Abschnitte begonnen würden, die wegen Frost nicht mehr fertiggestellt werden könnten.
Fragen an die Landesregierung
Blumenthal will von der Landesregierung unter anderem wissen, aus welchen Gründen die tatsächliche Bauausführung von der ursprünglich kommunizierten Planung abweicht. Sie fragt zudem nach den erwarteten Auswirkungen der Vollsperrungen auf Individual- und Wirtschaftsverkehr, ÖPNV und Schülerverkehr sowie auf die Erreichbarkeit von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei.
Darüber hinaus bittet die Abgeordnete um eine Aufschlüsselung des aktuellen Bauzeiten- und Bauablaufplans nach Bauabschnitten, vorgesehenen Sperrungen und Fertigstellungsterminen. Auch die Kommunikation von Straßen.NRW gegenüber den betroffenen Kommunen und der Öffentlichkeit steht auf dem Prüfstand: Die Anfrage zielt darauf ab, wie die Landesregierung diese angesichts der “erheblichen Abweichungen zwischen der ursprünglich angekündigten und der nun angekündigten Bauzeit” bewertet. Eine Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage steht noch aus.
Von freudigem Optimismus zu Déjà-vu-Befürchtungen
Im Frühjahr dieses Jahres war auch die Verwaltung der Hansestadt noch davon ausgegangen, dass die Sanierung der L528 auf Breckerfeld bis Ende 2026 abgeschlossen sein könnte: „Wir sind sehr glücklich, dass es mit der Sanierung der L528 bald endlich losgeht — und wir Ende des Jahres wieder eine vernünftige Straße haben“, hatte Bürgermeister André Dahlhaus am 5. April im Rahmen eines Pessegesprächs zuversichtlich erklärt. Auch hat die Stadt in der Zwischenzeit die Gelegenheit genutzt, notwendige Arbeiten an den Kanälen der AVU zwischen dem „Rewe“-Supermarkt und dem Windmühlen-Center durchführen zu lassen — denn, so die Vorgabe des Landesbetriebs, nach der Sanierung darf der entsprechende Abschnitt der L528 fünf Jahre lang nicht mehr durch Aufbrüche beeinträchtigt werden.
Anfang Juli war die Sanierung der L528 zudem Thema eines von der Südwestfälischen Industrie-und Handelskammer zu Hagen (SIKH) initiierten Wirtschaftsgesprächs. Steffen Scholz, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW, hatte dort den Bauablauf und die geplante Verkehrsführung während der Sanierungsphase vorgestellt. Auch zu diesem Zeitpunk hieß es noch, nach einer halbseitigen Verkehrsführung und einer Ampelregelung an den beiden Kreisverkehren seien für die weiteren Bauphasen überwiegend Teilsperrungen vorgesehen.
Nicht zuletzt angesichts der Aussage von Steffen Scholz, dass „die Baumaßnahme Ende Juli oder Anfang August beginnen“ soll, zeigte sich Dahlhaus allerdings schon weniger optimistisch — und formulierte die Erwartungshaltung der Stadt Breckerfeld klar: Eine Situation wie damals beim Ausbau der Straße in Richtung Hagen-Selbecke, als die Arbeiten, unter anderem aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse, über Monate brachlagen, dürfe sich nicht wiederholen.
In der kommenden Woche sollen die Arbeiten nun also endlich beginnen. Ob sich die Hoffnungen der Stadt erfüllen, dass kein Bauabschnitt so spät im Jahr begonnen wird, dass er wegen einsetzenden Frosts nicht mehr fertiggestellt werden kann, bleibt abzuwarten. Bei einer geschätzten Bauzeit von insgesamt sechs Monaten dürfte aber bereits jetzt feststehen: Eine komplett sanierte L528 wird es in Breckerfeld in diesem Jahr nicht mehr geben.











