Der Halveraner Herbst gilt als Aushängeschild der Stadt Halver. Viele schätzen die Großveranstaltung in der Innenstadt. Doch nur wenige sind bereit, die Hauptverantwortung für die Organisation des Publikumsmagneten zu übernehmen. Umso brisanter ist die aktuelle Situation, da es keinen handlungsfähigen Vorstand des Stadtmarketingvereins gibt, der die Veranstaltung maßgeblich organisiert.
Stadtmarketingverein ohne Vorstand
Die Reißleine zog der Vorstand bereits bei der Mitgliederversammlung im März – LokalDirekt berichtete. Vorsitzender Kristian Hamm machte deutlich, dass er für keine weitere Wahlperiode zur Verfügung steht. Doch er blieb damit nicht allein: Auch der stellvertretende Vorsitzende Frederic Stein kündigte an, nicht erneut zu kandidieren. Der zweite Vorsitzende Timo Groß erklärte im selben Rahmen seinen Rücktritt, ebenso legte Kassiererin Nele Krüger ihr Amt nieder.
Der ausschlaggebende Punkt sei der zeitliche Aufwand für den Halveraner Herbst gewesen. Seine Durchführung habe den Verein über die Maßen gefordert, betonten der Vorsitzende Kristian Hamm und sein Stellvertreter Frederic Stein. Zahllose Stunden ehrenamtlicher Arbeit hätten die Vorstandsmitglieder neben ihrer beruflichen Arbeit investiert, um das Gelingen zu ermöglichen. Gleichzeitig versicherten sie, dass der Halveraner Herbst auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird. Denn ein Jahr ohne Halveraner Herbst sei kein gutes Jahr für Halver, betonte Kristian Hamm bereits vor zwei Monaten.
Über die Zukunft des Vereins und des Halveraner Herbstes berieten rund 20 Teilnehmer bei einem offenen Workshop am Montagabend, 4. Mai, im Kulturbahnhof.
Rettung des Halveraner Herbstes hat Priorität
Kristian Hamm erklärte in der Einladung zum Workshop, dass es dem Verein ein zentrales Anliegen sei, das Stadtmarketing am Leben zu halten. Ziel sei es, eine Art „Wiederbelebung" anzustoßen – gemeinsam mit möglichst vielen Akteuren aus Halver. Doch der Eindruck, bei der Veranstaltung könne es insbesondere um die Zukunft nach dem Halveraner Herbst gehen, täuschte: Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie die größte Veranstaltung des Halveraner Stadtmarketings in diesem Jahr überhaupt auf die Beine gestellt werden kann.
Bürgermeister Armin Kibbert, der am Montagabend ebenso wie weitere Vertreter der Stadt anwesend war, brachte die Not der Lage auf den Punkt: „Die Menschen haben den Halveraner Herbst fest im Kalender eingetragen. Es muss darum gehen, wie es hier und jetzt weitergeht, damit der Halveraner Herbst stattfinden kann."
Kristian Hamm betonte hingegen, dass der seit mehr als 30 Jahren bestehende Stadtmarketingverein weit mehr sei als nur der Halveraner Herbst. Zugleich stellte er klar, dass der Verein für die Großveranstaltung keine Eventagentur darstelle.
Elfköpfiges Team hält Halveraner Herbst 2026 am Leben
Das Engagement der Mitglieder des Stadtmarketingvereins selbst war am Montagabend überschaubar. Lediglich drei Personen fanden den Weg zur zukunftsweisenden Veranstaltung im Kulturbahnhof.
Neben Kristian Hamm und Frederic Stein meldeten sich noch neun weitere freiwillige Halveraner, die zumindest für den kommenden Halveraner Herbst ihre tatkräftige Unterstützung zugesagt haben.
Auch der Termin steht fest: Der Halveraner Herbst findet am 27. September von 10 bis 18 Uhr statt. Eine Anmeldung für die Aussteller ist ab sofort online möglich.
Zukunft weiter ungewiss
Den Halveraner Herbst in diesem Jahr können sich zwar alle rot im Kalender markieren, doch wie es danach weitergeht, bleibt auch nach dem Workshop unklar. Die Teilnehmenden aus Unternehmen, Stadtverwaltung, Politik und interessierten Bürgern diskutierten vor allem darüber, ob es den Verein überhaupt brauche, welche Aufgaben er übernehmen müsse, was ehrenamtlich leistbar sei, ob es einen Hauptverantwortlichen gegen eine Aufwandsentschädigung geben müsse und ob der Name „Stadtmarketingverein" noch passend sei.
Grobe Ideen wurden besprochen. Unter anderem ging es um Arbeitsgruppen, in denen beispielsweise Gastronomen, Handwerker oder Unternehmer etwas zum Stadtmarketing in Halver beitragen könnten. Welche dieser Ideen letztlich umgesetzt werden, bleibt offen.
Im Frühsommer soll das Helferteam zu einer kurzfristigen Organisationsversammlung eingeladen werden. Anschließend ist ein weiterer Termin vorgesehen, um perspektivisch über die Zukunft des Vereins zu beraten. Fest steht auf jeden Fall: Es ist nichts entschieden.








