Die Gemeinde Schalksmühle richtet ihr integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) für den Ortsteil Löher Berg sowie die Zukunft des Kulturstandorts „8Giebel“ neu aus. Nach intensiver Beratung im Bau- und Planungsausschuss zeichnet sich eine deutliche Kurskorrektur ab: Das Projekt soll in reduzierter Form weitergeführt werden.
Vier Varianten – unterschiedliche Auswirkungen auf Förderung und Umsetzung
Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage hatte die Verwaltung vier Szenarien erarbeitet. Diese reichten von der vollständigen Umsetzung des ISEK über eine abgespeckte Variante ohne Einbindung der Musikschule bis hin zu einer deutlich reduzierten baulichen Lösung am „8Giebel“. Als vierte Option wurde ein kompletter Projektstopp diskutiert.
Die Einschätzung der Bezirksregierung ist dabei maßgeblich: Während die umfassenden Varianten grundsätzlich förderfähig bleiben, ist die reduzierte Variante nur unter bestimmten Voraussetzungen umsetzbar. Ein Verzicht auf das Projekt würde hingegen den Verlust der Förderfähigkeit sowie möglicherweise die Rückzahlung bereits bewilligter Mittel in Höhe von rund 120.000 Euro bedeuten.
Zeitplan und Kosten bleiben offen
In der Sitzung wurde deutlich, dass zentrale Rahmenbedingungen weiterhin ungeklärt sind. Fachbereichsleiter Alexander Gundlach erklärte, dass sich die Prüfung der Varianten noch in einem frühen Stadium befinde. Verlässliche Aussagen zum Zeitplan – etwa zu einer möglichen Umplanung bis zum Herbst – seien derzeit nicht möglich.
Ein Schwerpunkt lag auf der Kostenentwicklung. Stefan Klotz (FDP) forderte, das Projekt konsequent „budgetorientiert“ weiterzuentwickeln. Gundlach stellte dazu klar: „Die Höhe des Honorars berechnet sich an den Kosten. Das Budget dafür liegt bei rund zwei Millionen Euro.“ Demgegenüber äußerte Sabine Welte (Bündnis 90/Die Grünen) deutliche Zweifel an der finanziellen Realisierbarkeit: „Alleine was die Planungskosten schon verursacht haben, liegt ja schon darüber.“
Kämmerer Jonas Douvré ordnete dies ein und verwies darauf, dass Planungskosten üblicherweise 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Im weiteren Verlauf wurde zudem deutlich, dass das Gesamtprojekt perspektivisch ein Volumen von rund zehn Millionen Euro erreichen könnte.
Politische Einordnung und weitere Grundlage der Planung
Lutz Schäfer (SPD) bezeichnete die Zustimmung zur reduzierten Variante als „Vertrauensvorschuss für die Verwaltung“, sprach sich jedoch für eine grundsätzliche Fortsetzung des eingeschlagenen Weges aus. Gleichzeitig regte er eine regelmäßigere und transparentere Information der politischen Gremien an. Auch Jutta Heedfeld (SPD) hinterfragte die finanzielle Perspektive: „Ich finde es wichtig, dass das Projekt vorankommt, da können zwei Millionen Euro vorne und hinten nicht reichen. Ich hätte es gut gefunden, wenn man heute schon eine grobe Kostenschätzung vorlegen könnte.“

Bürgermeister Christian Breddermann machte deutlich, dass eine belastbare Kostenschätzung derzeit nicht möglich sei: „Wenn wir das könnten, würden wir das tun. Es geht hier heute um eine Grundsatzentscheidung. Wir tun alles, um das Projekt gefördert zu bekommen, aber wir können es jetzt in den Berechnungen noch nicht berücksichtigen.“ Ausschussvorsitzender Klaus-Detlef Nelius verwies zudem auf einen vorangegangenen Workshop als Grundlage der weiteren Planung. Die dort definierten Mindestanforderungen sollen in die nächste Planungsphase einfließen.
Parkraum als wiederkehrendes Thema
Insbesondere die Parksituation beschäftigt sowohl Politik als auch Bürgerschaft. „Ich bitte darum, auch die Nachbarschaft wegen der Parkplätze miteinzubeziehen“, hieß es aus dem Publikum. Eine weitere Wortmeldung griff die Planungsunsicherheit direkt auf: „Wie viele Parkplätze sind überhaupt geplant?“ Ausschussvorsitzender Nelius stellte dazu klar: „Auf jeden Fall eine ganze Menge mehr, als jetzt da sind. Es wird alles nochmal ausgiebig beraten werden.“
Stefan Klotz (FDP) betonte ergänzend: „Im weiteren Prozess ist es nötig, dass nicht nur die notwendigen Plätze, sondern die erforderlichen Plätze geplant werden“, insbesondere mit Blick auf Veranstaltungen. Ziel müsse es sein, „für den Durchschnitt der Veranstaltungen die Möglichkeit zu haben, genügend Stellplätze bereitzustellen“.
Am Ende der Beratung entschied der Ausschuss einstimmig, die reduzierte Variante 3 weiterzuverfolgen. Damit soll die bauliche Entwicklung des „8Giebel“ angepasst und das Gesamtprojekt auf eine realistischere Grundlage gestellt werden.







