Coco Schumann ist eine Legende. Der Gitarrist starb im Jahr 2018. Seine Musik lebt weiter. Musikschule, VHS und die Ge-Denk-Zellen bringen sie bei einer gemeinsamen Veranstaltung am 7. November mit dem Kranich Kollektiv auf die Bühne.

Das Konzert im Saal der Musikschule beginnt um 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr). Der Eintritt ist frei. Es wird um Spenden zur Deckung der Kosten gebeten. Anmeldung unter [email protected] ist erwünscht.

Das Konzert unter dem Titel „“A Tribute To Coco Schumann & Ghetto Swingers“ ist in mehrfacher Hinsicht eine besondere Veranstaltung. Die Kooperation von VHS, Musikschule und Ge-Denk-Zellen verbindet Musik, Geschichte und Bildung und widmet sich mit der Musik des Kranich Kollektivs dem Leben eines außergewöhnlichen Mannes, der das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hat.

Der E-Gitarrist Alexander Kranich lernte Coco Schumann 2013 kennen. Schon damals begann er mit der Rekonstruktion von Schumann Kompositionen. Er spielt sie mit seinem Quintett auf Schumanns originaler Gitarre aus den 1940er Jahren. Dabei erzählt er aus dem Leben dieses deutschen Ausnahmegitarristen.

Musik prägte das Lebens Schumanns und den Mut zur Selbstbehauptung. In den Lagern Theresienstadt und Auschwitz wurde sie zur Lebensretterin. Schumann, von den Nazis als „Geltungsjude“ eingestuft, spielte mit seiner „Zigeunerband“ Jazz, eine Musik, die den Nazis als „artfremdes Übel“ verhasst war. Bei seinen Konzerten versteckte Schumann den Judenstern, den er eigentlich tragen musste.

Coco Schumann (hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2013) starb 2018.
Foto: Schumann

Im März 1943 wurde er denunziert und in das Ghetto Theresienstadt eingewiesen. Hier spielt er in der Jazzband „Ghetto-Swingers“. Die Musik schützt ihn zunächst vor dem Vernichtungslager. Im September 1944 wird Schumann nach Auschwitz-Birkenau verschleppt. Auf Instrumenten ermordeter Sinti und Roma müssen er und die Ghetto-Swingers für SS-Wachleute musizieren. Schumann überlebt.

Nach dem Krieg kehrt Schumann nach Berlin zurück, wo er mit seiner zur E-Gitarre modifizierten Jazzgitarre schnell an alte Erfolge anknüpfen konnte. 1950 wandert Schumann mit seiner Frau nach Australien aus, kehrt aber 1954 nach Deutschland zurück. Hier setzte Schumann sein musikalisches Schaffen fort und spielte erneut in verschiedenen Tanz-, Radio- und Fernsehbands.

1990 Gründung des Coco-Schumann-Quartetts

In den 1990er Jahren besann Schumann sich auf seine Wurzeln des Jazz und Swing und gründete das Coco-Schumann-Quartett.

Alexander Kranich traf Coco Schumann zum ersten Mal im Jahr 2013 im Hamburger Congress Center (CCH). Seine Geschichte, seine Musik und seine warmherzige Persönlichkeit begeisterten ihn nachhaltig. Beide blieben bis zu Coco Schumanns Tod 2018 in Kontakt. Während des Corona-Lockdowns transkribierte Alexander Kranich Schumanns Kompositionen von alten Aufnahmen und arrangierte das wenige Notenmaterial Schumanns für sein Kollektiv neu.

Das Kranich-Kollektiv spielt am 7. November in der Besetzung Alexander Kranich (Gitarre), Dirk Engelhardt (Saxofon), Axel Reichard (Piano) Max Jalaly (Kontrabass), Andreas Symrek (Schlagzeug).

Einlass: 18 Uhr mit Getränkeangebot

Konzertbeginn: 19 Uhr

Pause mit Getränken und Finger-Food-Angebot

Abschluss: Gespräche mit Getränkeangebot