Wenn die Zutaten Qualität haben, die Dosierung stimmt und viele mithelfen, wird auch das Ergebnis gut: Für „30 Jahre KUK“ hatten die Organisatoren das richtige Rezept gewählt. Die Geburtstagsfeier des Vereins für Kommunikation und Kultur (KUK) am Samstag, 17. Oktober, im PZ der Gesamtschule Kierspe kam an.
Kultur, Kommunikation und Genuss
Das gut vierstündige Programm bot Kommunikation und Kultur, Raum für Gespräche und Genuss, inklusive netter Tisch-Deko und entspannter Atmosphäre. Zum 30-jährigen Bestehen hatte der Verein Mitglieder und Sponsoren, aber auch Kulturinteressierte eingeladen. Für Mitglieder gab es als „Dankeschön“ für oft jahrelange Treue Wertmarken für Getränke und Essen. Zwei Food-Trucks, die in den Umbaupausen dicht belagert waren, stellten mit einer Auswahl an Burgern und Variationen von Pasta die Verpflegung sicher. Der Förderverein der Gesamtschule leistete KUK „Amtshilfe“ mit einer Getränketheke.
Mit „Kommunikation und Kultur“ im Vereinsname erhebe KUK einen hohen Anspruch, so Vorsitzender Rolf Muck in seiner Begrüßung. Kommunikation bedeute, Menschen gedanklich zu verstehen und zu respektieren, wie sie die Welt wahrnehmen. „Anforderungen, die immer wenige akzeptiert werden“. KUK versuche sich „als Vermittler ehrlicher Kommunikation“. Ein bekanntes Sprichwort münzte Muck auf die Arbeit des Vereins um: „Es kommt alles anders, wenn man denkt“, zog er eine Grenze zur Polarisierung und plumpen Vereinfachung. Dazu zitierte er die Schauspielerin Nina Hoss, dass Kultur Freiheit und neues Denken begründe „und deswegen von den Rechten immer zuerst angegriffen wird“. Muck warb dafür, sich bei KUK zu engagieren und zu helfen, den in zwei Jahren anstehenden personellen Umbruch zu meistern.
Bürgermeister würdigen Arbeit
Viel Kultur und wenig Reden hatte KUK in der Einladung versprochen. Daran hielten sich auch Olaf Stelse, Kiersper Bürgermeister, und Rainer Schmidt, stellvertretender Bürgermeister aus Meinerzhagen. Sie würdigten in einem Grußwort „das große ehrenamtliche Engagement“ der KUK-Aktiven. Der Verein sei mit seinem Angebot aus der Region nicht wegzudenken. Schmidt versprach mit der Sanierung der Stadthalle werde es ein „Schmuckstück für die Region“ gebe und damit wieder eine große Spielstätte für Kultur.
Launig führte Martina Schnerr-Bille durch das Programm. Sie stellte alle bisherigen Vorsitzenden, die auch alle zur Geburtstagsfeier gekommen werden, mit kleinen Anekdoten vor. Leider blieben Rätsel, die sie anriss ungelöst. Sie erinnerte an bewegende Ereignisse im KUK-Gründungsjahr. Deutschland wurde 1996 Fußball Europameister, das Schaf wurde geklont und: Meinerzhagener und Kiersper , „wunderbar“, taten sich bei KUK zusammen.
Bühne für heimische Künstler
Mit dem Programm knüpfte KUK an die Wurzeln an. Ursprünglich wollte der Verein Kultur fördern, indem er Veranstaltern Hilfe anbot. Ein Ziel war, heimische Künstler zu fördern. Die bestritten am Samstag das komplette Programm. Vom ersten Takt an sorgte die Band „Six4Jazz“ aus Kierspe mit eingängigem Jazz für gute Laune. Der Chor „Monday. Monday“ bot Pop-Klassiker und überraschte als Geschenk mit einem auf KUK gemünzten Text. Annette Gräfe mit Balladen und die Brüder Gerrit und Hendryk Eckert als „Most remote“ aus Meinerzhagen mit Cover-Songs und modernen Hits zeigten, welch breites Spektrum an Kunstschaffenden die Region zu bieten hat. „Wir haben eine solche Dichte an Künstlern in der Region, da können wir stolz drauf sein“, stärkte Martina Schnerr-Bille Volmetaler Selbstbewusstsein.
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In Gesprächen und an der Plakatwand wurden Erinnerungen wach: an große Künstler, die bei KUK ins Volmetal holte, wie den Kabarettisten Dieter Hildebrandt, Ex-Bundespräsident Joachim Gauck, den amerikanischen Bandleader Dave Brubeck und, und, und. Das fünfjährige Bestehen feierte KUK mit Rock und der Band „Walter goes to Hasenkamp“. „Da wurde noch getanzt“, erinnerte sich einer, der dabei war. Das gab es am Samstag nicht. Das Publikum ist mit dem Verein gealtert. Auch deswegen warb Vorsitzende Rolf Muck, mitzumachen, wenn sich KUK neu aufstellt: „Eine spannende Aufgabe, die viel Spaß macht.“ Den hatten am Samstag zumindest alle, die dabei waren.
INFO
- Die Gründungsurkunde haben 25 Mitglieder unterzeichnet.
- Zum ersten Vorsitzenden wählten die Mitglieder 1996 Günter Frense. Ihm folgte im Oktober 1997 Hans-Werner Bongard. Im April 2003 übernahm Joachim Stöver das Amt. Die weitere Reihenfolge: 2009 bis 2011 Herbert Langenohl, von November 2011 bis April 2016 Fritz Schmid. Seine Nachfolge traten Karl-Heinz Kraus und ab 2022 Rolf Muck an
- Pro Jahr werden mehr etwa 30 Veranstaltungen in den verschiedenen Sparten angeboten.
- 2016 engagierte sich KUK maßgeblich gegen einen geplanten Abriss der Stadthalle
- Der Verein fördert Jugendkultur durch Zusammenarbeit mit dem Märkischen Jugendsinfonie-Orchester, initiierte 2003 eine Ausstellung „Kunst in Schulen“ mit Werken von Schülern oder bot einen Jazz-Workshop an oder holte das Bochumer „Theater total“ ins Volmetal.
- Seit 2018 wurden auch Plakatwerbung, ein eigener Ticket-Shop im Internet sowie Werbung auf Displays auf den Weg gebracht, um Kultur mehr in den Fokus zu rücken und KUK zu modernisieren.








