Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft zur Teilnahme an einer Kundgebung auf. Die Veranstaltung findet am  Samstag, 18. Juli, ab 11 Uhr auf dem Sternplatz in Lüdenscheid statt. Hauptredner sind  Anke Unger, stellvertretende Vorsitzende des DGB in NRW sowie Michael Scheffler, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in NRW.

 

 

Die Kundgebung findet vor dem Hintergrund der Vorschläge von Kommissionen, Arbeitgeberverbänden und (Teilen) der Bundesregierung zur Zukunft von Arbeitsrecht und Sozialstaat statt.

Wenn es nach der Arbeitgeberlobby sowie Teilen von Politik und Medien geht, heißt es in einem Aufruf der IG Metall, sind Beschäftigte in Deutschland zu häufig krank, faul und gehen zu früh in Rente. Der Sozialstaat, den sie mit ihren Beiträgen finanzieren, ist zu teuer. Als wäre es Luxus, eine gute ärztliche Versorgung, eine gute Rente und insgesamt eine gute Absicherung zu erwarten, wenn man ein Leben lang dafür arbeiten geht. 

Zur Debatte stehen, so die IG Metall, die Erhöhung des Renteneintrittsalters, die Abschaffung der verblichenen Altersteilzeit (die zum Beispiel mehreren Tausend Menschen im MK die Brücke in die Rente gebaut und vielen jüngeren Menschen den Arbeitsplatz gerettet hat.) und das Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und der Altersgrenze von aktuell 64,5 Jahren. Weiterhin drohen massive Verschlechterungen bei der Krankenversicherung (von der Familienmitversicherung bis hin zu erhöhten Zuzahlungen bei Medikamenten) und die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung auf bis zu vier Jahre mit sechs Kettenbefristungen innerhalb dieser Zeit.

Auch die allgemeinen sozialen Lasten sollen weiterhin stärker von gesetzlich Versicherten als von Privatversicherten gezahlt werden. Menschen mit hohen Vermögen und Profiteure sehr hoher Erbschaften werden an diesen Lasten nicht ausreichend beteiligt. 

Seit zwei Wochen rufen die Gewerkschaften zu Kundgebungen im ganzen Bundesgebiet auf. Sie kämpfen, heißt es in dem Aufruf zur Teilnahme an der Kundgebung in Lüdenscheid, für einen Sozialstaat, auf den sich Beschäftigte verlassen können, für den alle solidarisch ihren Beitrag leisten und der Menschen schützt.