Über den ersten frischen Löwenzahn nach dem monatelangen Winterschlaf freuen sich die griechischen Landschildkröten deutlich mehr als über noch so bunte Ostereier, die sie vielleicht bei ihren Streifzügen durch den Garten finden werden.

Seit Oktober haben sie die letzten Monate im Kühlschrank verbracht. Bei für sie angenehmen fünf Grad haben sie die Zeit verschlafen und werden jetzt allmählich wieder munter. Dann beginnt das Prozedere der Auswinterung. Die erste Station ist eine Box im Keller. Hier ist es nicht mehr so kalt wie im Kühlschrank, aber auch noch nicht so warm und hell wie draußen in der Sonne. So können die Reptilien langsam wieder Betriebstemperatur aufnehmen. Anschließend gibt es ein warmes Bad, um den Kreislauf anzuregen, und dann dürfen sie endlich hinaus ins Grüne.

In ihrer Sommerresidenz, dem Gewächshaus mit Ausgang ins Schildkrötengehege, können sie sich selber überlegen, ob sie noch gemütlich hinter Glas sitzen bleiben wollen, oder ob der Hunger und der erste frische Löwenzahn nicht doch verlockender sind. Hat sich die erste Schildkröte einmal herausgetraut, ist für die ganze Gruppe kein Halten mehr. Jeder will die größte Blüte und das leckerste Grün erwischen.

Außerdem wird es nach dem Winter auch wieder Zeit, die alten Freunde vom Vorjahr zu begrüßen.

Schön, nach dem langen Winter die Freunde wieder zu treffen.
Foto: Gerdel

Und wenn sich diese Tiere, die schon seit Millionen von Jahren auf der Erde leben, richtig wohlfühlen, werden sie in wenigen Wochen beginnen, Eier zu legen, aus denen dann Wochen später neue kleine Schildkröten schlüpfen werden.