Ein Bund fürs Leben – der kann durchaus entstehen, wenn eine Wunsch-Oma oder ein Wunsch-Opa die Patenschaft über ein Kind übernehmen. Heike Schaefer hat das beim Projekt „Generationen miteinander“ der Freiwilligenzentrale Plettenberg immer wieder erlebt. Das Projekt startete vor 30 Jahren, damals unter dem Namen „Oma Hilfsdienst“. Jetzt läuft es aus.
„Wir haben ganz sicher bei vielen Kinder Spuren hinterlassen“, sagt Renate Hufenbach. Sie zählt zu den ersten Omas und ist noch heute glücklich darüber, was sie in drei Jahrzehnten erleben durfte. Noch heute pflegt ihr damaliger Wunsch-Enkel Alexander engen Kontakt zur Oma, die sich immer Enkel gewünscht hatte. Alexander, dessen Mutter damals Unterstützung brauchte, wickelte Renate Hufenbach schon um den Finger, als er gerade laufen gelernt hatte. Das schafft der junge Mann noch immer, auch wenn er längst als Mitarbeiter eines Kreuzfahrtschiffes zur See fährt.
Die Vertrautheit ist geblieben
Schulabschluss, Lehre als Mechaniker, eine weitere Ausbildung zum IT-Fachmann und dann der Schritt in die weite Welt – das alles haben Renate Hufenbach und ihr Mann miterlebt. Die Vertrautheit, die sich zuhause und bei zahlreichen gemeinsamen Ferienaufenthalten aufgebaut hat, ist bis heute geblieben. Und auch das Gefühl der Verantwortung, die die Plettenberger Leih-Oma nie als Last empfunden hat, ist bis heute nicht ganz verschwunden.
Auch Christel Scholz hat als Ersatz-Oma geholfen. Sie hatte gleich mehrere Enkel, aber nie so eine Dauerbeziehung wie Renate Hufenbach. „Es war auch nie so emotional“, erinnert sie sich. Mal dauerte ihr Einsatz ein Jahr, mal auch etwas länger. Das lag aber nicht an ihr. „Ich hatte von Anfang an immer ein gutes Gefühl.“ Dann veränderten sich die Familienverhältnisse der Mutter, die Leih-Oma wurde nicht mehr gebraucht, auch wenn ein lockerer Kontakt zu den Müttern weiter bestand. „Wenn ein Anruf käme, wäre ich auch heute noch für die Kinder da“, sagt Christel Scholz.
Wichtige Erfahrung
Beide Frauen werten ihre Zeit als Leih-Oma als wichtige Erfahrung. „Mir wurden immer Menschen zur Seite gestellt, die meine Hilfe benötigt haben“, blickt Christel Scholz zurück. Sie selbst habe immer wieder interessante Einblicke in andere Lebenswelten erhalten. „Das waren wichtige Erfahrungen.“
Renate Hufenbach erinnert sich an einen Spruch ihres Mannes: „Das war die beste Idee, die du jemals gehabt hast“, habe er einmal gesagt.
Projekt in Attendorn läuft weiter
Heike Schaefer, Leiterin der Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes, hat das Projekt vor 30 Jahren ins Leben gerufen, von dem mehrere Dutzend Eltern, Kinder und Ehrenamtliche profitiert haben. Noch bestehende Patenschaften werden nun durch das Projekt „Generationen Hand in Hand“ in Attendorn mitbetreut. Es wird vom Diakonischen Werk und dem Caritasverband geführt.
Jetzt begleitet Heike Schaefer den Abschied von „Generationen miteinander“. „Alles hat seine Zeit“, sagt Heike Schaefer. Es sei immer schwieriger geworden, Patinnen und Paten zu finden. Sie räumt ein, dass es für Leih-Omas und -Opas auch Phasen gebe, die nicht so einfach seien. Die Übernahme einer Patenschaft sei zwar immer freiwillig gewesen. Aber: „Man muss es wirklich wollen“, betont sie. Auch für Heike Schaefer läuft eine Zeit aus, in der sie die Patinnen und Paten fachlich begleitet, Fortbildungen und den regelmäßigen Austausch organisiert hat. Für die Leiterin der Freiwilligenzentrale heißt es jetzt „Loslassen“. Nach einem Abschlusstreffen im Cora’s Café an der Sorpetalsperre fällt ihr das ein wenig leichter. Auch wenn das Generationenprojekt Freiwillige und Hauptamtliche zu einer schönen Gemeinschaft zusammengeschweißt hat.









