Frau Rossi radelt gerade durch Pisa. Tatsächlich sitzt die gebürtige Italienerin, die eigentlich anders heißt, im Matthias-Claudius-Haus auf einem Hometrainer vor einem großen Bildschirm. Ein Video simuliert eine Radtour durch die Stadt mit dem schiefen Turm. Eigentlich mag die hochbetagte Dame gar nicht aufhören. Aber der nächste Senior wartet schon.

 

  

„Demenz ist keine Frage des Alters“ lautete im Matthias-Claudius-Haus das Motto zum Welt-Alzheimertag. Das Interesse am Bike Labyrinth bestätigt: Auch Menschen mit Demenz können und wollen aktiv sein. Das Bike Labyrinth ist ein System, mit dem Bewohner von Pflegeeinrichtungen oder Patienten in Kliniken interaktive Fahrradtouren durch Städte und Naturgebiete unternehmen können. Die Touren werden auf einem Bildschirm angezeigt, der mit einem Bewegungstrainer verbunden ist. Die Routen sind interaktiv: Hält der Fahrer an, hält auch die Route am Bildschirm an.

Geschicklichkeitsspiele mit Peter Opitz (links).
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Auch im Raum mit dem Caretable ist jede Menge los. Auf dem großen Bildschirm läuft gerade ein Quiz. Welches Tier macht welches Geräusch? Die Senioren sind mit Eifer bei der Sache. Der Caretable ist ein digitaler, mobiler Aktivitätstisch für Senioren und Menschen mit Demenz. Er fördert durch Spiele und Musik das Miteinander in Pflegeeinrichtungen, stimuliert soziale Interaktion, schafft Verbindungen und weckt Erinnerungen.

„Mittlerweile haben wir auf allen Stationen einen solchen Caretable. Das Gerät ist sehr beliebt und einfach zu bedienen“, sagt Melanie Aderhold, Leiterin des Matthias-Claudius-Hauses.

Gute Stimmung herrscht auch rund um Peter Opitz. Der Übungsleiter des Plettenberger Turnvereins hat eine Station mit Geschicklichkeitsspielen aufgebaut. Später animiert er die Gäste als Vorturner und mit Musik zur Stuhlgymnastik.  Alle haben Spaß, schwenken Tücher, Arme und Beine.

Am Welt-Alzheimertag geht es darum, auf Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen aufmerksam zu machen. „Dabei geht es uns nicht nur um die Krankheit und ihre Herausforderungen“, sagt Melanie Aderhold. „Es geht ebenso darum, den Blick auf das zu richten, was möglich bleibt – auf Fähigkeiten, Selbstständigkeit, Teilhabe und vor allem auf Lebensqualität und Lebensfreude.“

Einrichtungsleiterin Melanie Aderhold begrüßte die Gäste am Welt-Alzheimertag.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Das Projekt „LebensFreude Plettenberg“ möchte diese Freude am Dasein vermitteln. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Seniorinnen und Senioren durch verschiedene Angebote und Veranstaltungen mehr Lebensfreude zu bereiten – unabhängig davon, ob sie zu Hause oder in einer Senioreneinrichtung leben. Unterstützt wird das Projekt von der Berges-Stiftung. Träger sind das Diakonische Werk und die Ev. Perthes-Stiftung.