Drolshagen. Kleines Ensemble, kleine Bühne, aber großer Auftritt. Das Konnex-Theater glänzt im Alten Bahnhof Hützemert in Drolshagen mit „Rent a friend“. Mit der turbulenten Beziehungskomödie von Folke Braband hat die Theatergruppe ins Schwarze getroffen.

Überregionale Nachrichten

Eine Verwechslung der Agentur führt dazu, dass Gabriel, eigentlich der Typ für Belustigungen auf Kindergeburtstagen, die Rolle des Schwiegersohns der Geschäftsfrau Sarah übernehmen soll. Die will ihn ihrem Vater als ihren „Künftigen“ vorstellen — ein knallharter und erfolgreicher Typ, polyglott zudem. Er kommt mit seiner neuen Lebensgefährtin zu Besuch und da will Sarah mit ihrem „Arzt für plastische Chirurgie“, also Gabriel, glänzen. Der Hintergrund: ein Geschäftsmodell, das auf vorgetäuschten Beziehungen basiert — und auffliegt.

Alle Vorstellungen sind mittlerweile ausverkauft.
Foto: Rüdiger Kahlke / LokalDirekt

Professionelles Laientheater

Brillant bringen Verena Gipperich (Sarah) und Christian Rahrbach (Gabriel), Anke Strugalla als Lebensgefährtin des Vaters und Stefan Ratay (Vater) die Irrungen und Wirrungen auf die Bühne. Sie haben sichtlich Spaß am Spiel und glänzen mit Witz und Schlagfertigkeit. Den seichten Plot bringen die Laienschauspieler mit professioneller Klasse auf die Bühne, machen die Besucher zum Mitwisser der Geschichte um Schein und Sein. Kurz: Sie bieten zwei Stunden lang beste Unterhaltung.

Geplant waren acht Vorführungen im Hützemerter Bahnhof, der inzwischen zur Heimatbühne geworden ist. Letztlich geht das Stück neunmal über die Bühne. „Mehr geht nicht“, kommentiert Stefan Tump, der mit Frank Wigger für die Technik sorgt, mit Blick auf die Terminkalender der Akteure. Die Vorstellungen sind allesamt ausverkauft. Die Spielzeit, stets im November und Januar, ist ein Erfolg für das Konnex-Theater. Gingen in den Vorjahren knapp 400 Karten im Vorverkauf weg, waren es diesmal 720, rechnet Tump nach. Gut 800 Zuschauer sahen das Stück.

Die kleine Schauspiel-Schar ist eine feste Größe im Kulturangebot der Region. Unterstützt wird es von heimischen Geschäftsleuten und Künstlern, die Deko-Material wie einen Ethanolofen oder Wandbilder und Lampen zur Verfügung stellen. Überlegungen, was als Nächstes kommt, gibt es offenbar nicht. Ein Mitglied des Ensembles hört aus persönlichen Gründen auf. Vielleicht, meint Stefan Tump, ist dann ein Drei-Personen-Stück die Lösung. Das Publikum würde auch das sicher goutieren.