Der Märkische Kreis will öffentliche Aufträge künftig schneller und einfacher vergeben. Landrat Ralf Schwarzkopf tauschte sich dazu mit Jochen Renfordt, Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen, sowie Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt aus. Im Mittelpunkt stand die Neuausrichtung des Vergaberechts in Nordrhein-Westfalen.
Seit Jahresbeginn gelten für kommunale Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte deutlich einfachere Regeln: Anstelle detaillierter Verfahrensvorschriften müssen öffentliche Aufträge nach Grundsätzen wie Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Sparsamkeit vergeben werden. Transparenz und Gleichbehandlung bleiben verbindlich.
Mehr Gestaltungsspielraum für Kommunen
Für Kommunen bedeute das vor allem mehr Gestaltungsspielraum: „Wenn Aufträge schneller vergeben werden, können unsere Unternehmen eher loslegen. Das stärkt die Wirtschaft und sorgt dafür, dass wichtige Projekte nicht auf der Strecke bleiben“, so Landrat Ralf Schwarzkopf.
Auch die Handwerkskammer Südwestfalen begrüßt die Reform, fordert jedoch einheitliche Standards: „Unsere Betriebe brauchen nachvollziehbare und möglichst einheitliche Standards, die sich an der Praxis orientieren. Dann können sie sich auf das konzentrieren, worauf es ankommt: gute Arbeit abzuliefern“, sagt Präsident Jochen Renfordt von der Handwerkskammer Südwestfalen.
Kreis erhält 45,4 Millionen Euro für Investitionen
Ein weiteres Thema des Treffens war das NRW-Infrastrukturgesetz. Das Land stellt dem Märkischen Kreis rund 45,4 Millionen Euro für Investitionen bereit. Städte und Gemeinden erhalten die Mittel direkt. Die Investitionen fließen unter anderem in Straßen, Gebäude und öffentliche Einrichtungen.
Auch viele Handwerksbetriebe in der Region könnten davon unmittelbar profitieren, meint die Kreisverwaltung: „Denn Bau-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen schaffen Aufträge für Unternehmen vor Ort, sichern Beschäftigung und tragen dazu bei, dass die Wertschöpfung möglichst in Südwestfalen bleibt.“










