Zu schnelle Radfahrer, verbotswidrig genutzte E-Scooter und unerlaubte Personenbeförderung: Polizei und Ordnungsamt haben am Montag, 22. Juni, in der Lüdenscheider Innenstadt die Nutzung von Fahrrädern und E-Scootern in der Fußgängerzone kontrolliert. Zwischen 12 und 20 Uhr gingen die Einsatzkräfte Beschwerden nach und wollten zugleich Unfälle verhindern.

Von 20 bis 11 Uhr ist für Fahrradfahrer in der Wilhelmstraße Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben. Ab 11 Uhr müssen die Fahrräder in dieser Zone geschoben werden. Für E-Scooter gilt: Durchfahrtsverbot. Die elektrischen Fortbewegungsmittel müssen ebenfalls geschoben werden.

Diese Regeln sind laut Polizei nicht schwer zu merken und auch durch die vorhandenen Verkehrsschilder leicht zu erkennen. Für einige allerdings seien sie anscheinend immer noch nicht von Bedeutung. Insgesamt 63 Verstöße verzeichneten die Polizisten am Montag.

Die Polizei erhob gegen die Betroffenen verschiedene Bußgelder. Die unerlaubte Nutzung von E-Scootern kostete 50 Euro. Das Fahrradfahren in der Wilhelmstraße während unerlaubter Zeit wird mit 25 Euro bestraft. Wer in den freigegebenen Bereichen schneller als Schrittgeschwindigkeit fährt, muss 15 Euro zahlen.

Sondereinsatz mit Erfolg

Ob bei Fußstreifen oder bei der Beobachtung des Sternplatzes: Polizei und Ordnungsamt stellten in der gesamten Lüdenscheider Innenstadt zahlreiche Verstöße fest und ahndeten diese mit Bußgeldern. Die Einsatzkräfte dokumentierten unter anderem das verbotene Befahren der Fußgängerzone mit Fahrrädern und E-Scootern während der Sperrzeiten sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen von Radfahrern. Auch die unerlaubte Nutzung von E-Scootern durch Kinder unter 14 Jahren und die unzulässige Beförderung weiterer Personen auf Fahrrädern führten zu Verwarnungen und Bußgeldern.

Die Polizisten halten die betroffenen Personen an, klären sie über ihr Fehlverhalten auf und fordern sie auf, das jeweilige Bußgeld zu bezahlen. Eine simple und in den meisten Fällen schnelle und einmalige Sache. In den meisten Fällen –nicht in allen.

So stießen die Beamten in der Oberstadt auf einen E-Scooter-Fahrer, der seinen Roller den Berg hinunter schob. Den Polizisten entging dabei nicht, dass das Absteigen und Schieben erst erfolgten, nachdem der Mann die Uniformen erkannte und bereits ein gutes Stück in einer verbotenen Zone fuhr. Der Betroffene wurde an diesem Tag bereits einmal angehalten und dazu aufgefordert, 50 Euro zu zahlen.

Bei wiederholtem Verstoß wird das Bußgeld von 50 auf 100 Euro erhöht.
Foto: Hösterey

Polizeipressesprecher Marcel Dilling erklärt: „Eigentlich unterstellen wir den betroffenen Personen immer erst einmal Fahrlässigkeit. Da wir den Mann in diesem Fall schon zum zweiten Mal anhalten, unterstellen wir ihm hier Absicht und erhöhen das Bußgeld auf 100 Euro.“

E-Scooter und Fahrräder als Gefahr für Fußgänger

Die Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie Verbote sind laut Polizei einigen Bürgern nicht bewusst. Das zeigten nicht nur die Ergebnisse des montägigen Einsatzes. Auch aus vorherigen Kontrollen wissen die Beamten genau, worauf und teilweise auch auf wen sie achten müssen.

Marcel Dilling verweist im Gespräch mit LokalDirekt auf die Gefahren durch E-Scooter. Sie gelten als Kraftfahrzeuge und fallen so in die gleiche Zulassung. „Dadurch, dass für das Fahren dieser Roller kein Führerschein erforderlich ist, werden hier gerne auch mal Verkehrsschilder nicht beachtet oder missverstanden“, sagte er.

Anlass für diese Kontrollen sind Beschwerden von Bürgern oder Geschäftsinhabern, die sich teilweise nicht mehr sicher fühlen, denn gerade die Überschreitung von Schrittgeschwindigkeit birgt eine hohe Gefahr für Fußgänger.

„Projekt E“ zur Aufklärung

Um solche Unfälle, gerade im Zusammenhang mit E-Scootern, zu vermeiden, ist in diesem Jahr das „Projekt E“ gestartet. Dabei weist die Verkehrsunfallprävention gezielt in verschiedenen Schulklassen auf die Gefahren und Regeln im Zusammenhang mit den Elektrorollern hin.

Ziel ist es dabei, die jüngere Generation, bei der die elektrischen Fahrzeuge besonders beliebt sind, aufzuklären und zu sensibilisieren, damit sie mögliche Unfälle vermeiden kann.

Einen Einblick in die Kontrollen gibt es hier: