Nach dem schweren Verkehrsunfall in der Nacht zu Sonntag, 21. Juni, in Ennepetal hat die Polizei weitere Details bekannt gegeben. 

Demnach fiel einer Streifenwagenbesatzung gegen 0.40 Uhr an der Kreuzung Wuppermannshof/Kölner Straße ein Pick-up der Marke Dodge auf, auf dessen Ladefläche sich mehrere Personen befanden. Aufgrund dieser augenscheinlich gefährlichen Situation hätten sich die Beamten entschieden, das Fahrzeug zu kontrollieren, erklärt ein Polizeisprecher.

Fahrer beschleunigt und flüchtet

Sie hätten den Streifenwagen gewendet und seien dem Dodge hinterher gefahren. „Der Fahrer beschleunigte allerdings umgehend, als er den Streifenwagen entdeckte“, erklärt die Polizei. Die Beamten hätten die Verfolgung aufgenommen, den Wagen jedoch zunächst wieder aus den Augen verloren.

Unfallstelle nach Hilferufen entdeckt

Kurz darauf entdeckten die Einsatzkräfte beim Abfahren möglicher Fahrwege des Dodge im Bereich Mönninghof/Walter-Sondermann-Straße einen beschädigten Zaun. Als sie ausstiegen, hörten sie Hilferufe – wenig später fanden sie das verunglückte Fahrzeug in einem Garten.

Bei seiner Unfallfahrt riss der Pick-up Zäune, ein Straßenschild und einen Strommasten um.
Foto: Alex Talash

Fahrer mit positivem Alkoholtest

„Das Auto war augenscheinlich mit insgesamt neun Personen besetzt, alle im Alter zwischen 15 und 22 Jahren“, so die Polizei. Bis auf eine Person seien alle leicht verletzt in nahegelegene Krankenhäuser gebracht worden.

Der mutmaßliche Fahrer, ein 22-Jähriger aus Sprockhövel, habe einem freiwilligen Atemalkoholtest zugestimmt: „Dieser ergab einen Wert von zirka 0,6 Promille“, erklärt die Polizei.

Stromausfall nach beschädigtem Verteilerkasten

Die Unfallaufnahme übernahm ein Verkehrsunfallaufnahmeteam aus Essen.

Durch den Unfall wurde auch ein Stromverteilerkasten beschädigt, sodass es in dem Unfallbereich für eine Zeit lang zu einem Stromausfall kam. Der Sachschaden, der bei diesem Unfall insgesamt verursacht wurde, sei bisher noch nicht zu beziffern, erklärte die Polizei am Sonntagmittag.

ERSTMELDUNG:

Ennepetal. Ein schwerer Verkehrsunfall hat in der Nacht zu Sonntag, 21. Juni, in Ennepetal einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. Gegen 0.49 Uhr kam ein Pick-up in einem Wohngebiet von der Fahrbahn ab, durchbrach mehrere Zäune, riss einen Strommast um und landete schließlich in einem Vorgarten. Neun Jugendliche wurden verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll der junge Fahrer kurz vor dem Unfall im Gegenverkehr einen Streifenwagen bemerkt haben. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass er daraufhin stark beschleunigte. Wenige Augenblicke später verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug.

Bild der Verwüstung

Die Feuerwehr erreichte die Einsatzstelle nach einem automatischen Notruf über das E-Call-System. Vor Ort zeigte sich ein massives Schadensbild: „Ein SUV stand etwa zwei Meter höher als das normale Straßenniveau in einem Vorgarten“, schildert Björn Windhöfel, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Ennepetal. „Ausgerissene Strommasten, niedergemähte Zäune und Schilder – das war unser erster Eindruck.“

Die Insassen hatten das Fahrzeug bereits verlassen, als die ersten Kräfte eintrafen. Acht Jugendliche erlitten leichte Verletzungen, eine Person wurde mittelschwer verletzt. Rettungskräfte versorgten alle Betroffenen und brachten sie in umliegende Krankenhäuser. Lebensgefahr bestand nach ersten Erkenntnissen nicht.

Stromausfall für Dutzende Haushalte

Durch die Wucht des Aufpralls zerstörte der Pick-up einen Strommast. Rund 40 Haushalte sowie ein landwirtschaftlicher Betrieb verloren dadurch mehrere Stunden lang die Stromversorgung.

„Die AVU als zuständiger Energieversorger war schnell vor Ort und hat die Reparaturarbeiten aufgenommen“, erklärt Windhöfel. Der betroffene Bauernhof konnte den Ausfall dank eigener regenerativer Energieversorgung und eines Akkusystems überbrücken.

Ermittlungen laufen

Zur Klärung des genauen Unfallhergangs zog die Polizei ein spezialisiertes Verkehrsunfallaufnahmeteam hinzu. Dem Fahrer entnahmen die Beamten eine Blutprobe. Die Ermittlungen dauern an. Die Höhe des Sachschadens steht derzeit noch nicht fest.