Die Elektromobilität gewinnt zunehmend mehr an Bedeutung. Damit steigt auch der Bedarf an einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur. Während es in Kierspe bereits zehn öffentliche Ladestationen gibt, fehlen Schnellladestationen bislang vollständig. Die UWG möchte das ändern und hat dazu einen Antrag an die Stadt gestellt.
Die wesentlichen Ladestandorte in Kierspe werden von Enervie und von der Mark-E betrieben. In ihrem Antrag fordert die Fraktion die Verwaltung unter anderem auf, mit der Mark-E über die Umrüstung bestehender Ladestationen zu Schnellladestationen zu sprechen. Auch der Standort Röhnsahl soll dabei berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll die Stadtverwaltung bei der Suche nach geeigneten Standorten für weitere Ladesäulen mitwirken und Gespräche mit örtlichen Unternehmen führen, um diese in den Ausbau einzubeziehen.
Halver und Meinerzhagen sind Vorreiter
„In Halver und Meinerzhagen gibt es bereits eine große Anzahl an Schnellladestationen“, sagt Clemens Wieland, Fraktionsvorsitzender der UWG. Nach Angaben der Fraktion gibt es in Halver derzeit sieben Standorte mit Ladestationen und zusätzlich zwölf Schnellladestationen. Meinerzhagen verfügt über 14 Ladestationen und zehn Schnellladestationen. „Da besteht ein eindeutiges Ungleichgewicht zwischen Meinerzhagen, Kierspe und Halver“, meint Wieland.
Alexander Plate, sachkundiger Bürger der UWG, verweist ebenfalls auf die fehlenden Schnelllademöglichkeiten in Kierspe. Er fährt nach eigenen Angaben regelmäßig nach Meinerzhagen oder Halver, um seine beiden Elektroautos zu laden. „Wenn ich eine Stunde in Kierspe einkaufen gehe, lohnt es sich für mich nicht – die Zeit an den Normalladesäulen reicht nicht, um vollzuladen“, sagt Plate.
Der Unterschied liegt vor allem in der Ladeleistung. Eine Normalladestation mit 22 Kilowatt benötigt für eine vollständige Ladung laut Plate rund zweieinhalb Stunden. An einer Schnellladestation lasse sich das Fahrzeug deutlich schneller laden. „Bei einer Schnellladestation bin ich meistens in einer halben Stunde durch“, sagt Plate. Die Ladeleistung entsprechender Stationen reicht von etwa 50 bis zu mehr als 350 Kilowatt.
Ladeinfrastruktur als Standortfaktor
„Eine ausreichende öffentliche Ladeinfrastruktur ist insbesondere auch für diejenigen Bürger von Bedeutung, die über keine eigene Lademöglichkeit am Wohnort verfügen“, sagt Wieland. Nicht jeder habe die Möglichkeit, eine Wallbox am eigenen Haus zu installieren.
Auch für den Einzelhandel und die Attraktivität des Standorts könnte der Ausbau der Elektromobilität eine Rolle spielen. „Menschen von außerhalb könnten in Kierspe einkaufen gehen, während sie laden“, erklärt Wieland. Aus seiner Sicht bestehe derzeit die Gefahr, dass diese Ausgaben in die Nachbarstädte abfließen: Wer zum Laden nach Halver oder Meinerzhagen fahre, verbinde den Ladevorgang häufig auch mit einem Einkauf vor Ort.
Schnellladestation für Röhnsahl vorgeschlagen
Auch Röhnsahl ist Bestandteil des Antrags. Der Ortsteil verfügt bislang über keine eigene Ladestation. „Wir halten den Standort an der Brennerei für sinnvoll“, sagt Wieland. „Damit bieten wir den Besuchern von Veranstaltungen und anderen Angeboten in Röhnsahl eine deutlich verbesserte Lademöglichkeit.“
Plate kann sich darüber hinaus weitere Schnellladestationen im Stadtgebiet vorstellen. „Eigentlich wäre ein Schnelllader in jedem Ortsteil schön“, sagt er. Als mögliche Standorte nennt er unter anderem den Bereich der Schule, die Sportanlagen, Kierspe Dorf und den Bahnhof. „Wir wollen natürlich auch, dass es sich für private Investoren lohnt, in diese Maßnahmen zu investieren“, ergänzt Felix Goseberg von der UWG.








