1000 Kilometer zu Fuß: Marcel Riepegerste aus Schalksmühle hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt und ist auf dem Jakobsweg von Frankreich bis nach Portugal gewandert.
Ursprüngliches Ziel der Reise, so erklärt Riepegerste im Pressegespräch, sei der spanische Ort Santiago de Compostela gewesen - eine bekannte Pilgerstätte. Dort, nach bereits 780 zurückgelegten Kilometern, packte ihn jedoch noch einmal der Ehrgeiz: "Neues Ziel war es dann, die 1000 Kilometer Marke zu knacken - was mir ja dann auch gelungen ist." Und so entschied der Autor und Podcaster sich, noch rund 200 Kilometer auf dem portugiesischen Pilgerweg dranzuhängen. Seine Reise endete somit nach 75 Tagen in Lissabon.
Vorbereitung ist alles
Aber wie bereitet Marcel Riepegerste sich auf eine Wanderung in dieser Größenordnung vor? "Man benötigt vor allem die richtige Ausrüstung - Funktionskleidung, Wanderstöcke, einen Rucksack und, ganz wichtig, die richtigen Schuhe."
Diese hat er dann zunächst beim Training in der Heimat eingelaufen: "Ich bin dann erstmal in der Umgebung gewandert. Nicht nur, um Routine zu erlangen, sondern auch, um den richtigen Umgang mit Wanderstöcken und Rucksack zu erlernen." Während der Trainingsphase hat er täglich ungefähr 20 Kilometer zurückgelegt.
Insgesamt hat er übrigens 30.000 Höhenmeter zurückgelegt. An den 55 Wandertagen hat er in Summe 25 Marathondistanzen geschafft. Und an den Ruhetagen? "Die habe ich meist in schönen, großen Städten unterwegs eingelegt und diese dann besichtigt", lacht er. Von Ruhe im klassischen Sinne könne also auch an diesen Tagen keine Rede gewesen sein.
Von Pilgerunterkünften, Hotels und Ferienwohnungen
Ursprünglich, so erklärt Marcel Riepegerste, habe er in den günstigen Pilgerherbergen entlang des Jakobswegs übernachten wollen. Hierbei gab es jedoch ein Problem: "Ich konnte dort einfach nicht schlafen", erklärt er, "es war wirklich sehr laut in diesen Unterkünften. Außerdem war es teils sehr unhygienisch. Da Schlaf und Regeneration aber unfassbar wichtig sind, wenn man am Ziel ankommen möchte, bin ich dann auf Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ausgewichen." Dies habe die Reise zwar am Ende ungleich teurer gemacht, das Geld habe er jedoch gerne investiert.
Neue Bekanntschaften - jeden Tag
Einsam hat Marcel Riepegerste sich auf seiner Reise nicht gefühlt: "Man lernt wirklich jeden Tag neue Leute und deren Geschichten kennen. Mit einem deutschen Wanderer bin ich sogar zwei Wochen zusammen gelaufen, wir haben uns dann die Kosten für die Unterkünfte geteilt", erklärt er.
Auch dadurch, so erklärt Marcel Riepegerste, sei ihm die Zeit viel länger vorgekommen: "Du erlebst jeden Tag etwas Neues, lernst ständig neue Leute kennen, führst Gespräche oder genießt auch einfach mal nur die Ruhe und Einsamkeit."
Von Sonnenuntergängen und Bergen
Auf die Frage, was denn unterwegs das schönste Erlebnis war, muss Marcel Riepegerste nicht lange überlegen: "Mich hat vor allem die Natur fasziniert. Die Berge, die Landschaften, die Aussicht, die sich mir zwischendurch immer wieder bot. Vor allem aber die Sonnenuntergänge - ich habe unterwegs wirklich unfassbar schöne Dinge gesehen und erlebt."
Ungefährlich war es dabei nicht immer: So habe er sich in Portugal über weite Strecken auf freiem Feld fortbewegt - während eines starken Gewitters. "Das waren die wenigen Momente, in denen ich unterwegs tatsächlich Angst hatte", erklärt Marcel Riepegerste.
Nächstes Ziel: Mammutmarsch
Eine weitere Wanderung dieser Art, so Riepegerste, könne er sich schon vorstellen. "Das ist am Ende jedoch auch immer eine Frage des Geldes. Sollte ich jemals im Lotto gewinnen, sofort", scherzt er.
Zunächst hat er sich jedoch ein anderes Ziel gesteckt, für das er gerade trainiert. "Ich möchte im Herbst am Mammutmarsch in Dortmund teilnehmen." Verbinden möchte er diesen Wettkampf, bei dem es darum geht, möglichst viele Kilometer am Stück zurückzulegen, mit seiner Funktion als Sprecher des Kinderhospizvereins. Er hat sich entschieden, am Tag des Mammutmarschs 55 Kilometer zurückzulegen - und eine Spendenkampagne gestartet. "Jeder Cent kommt dem Verein zugute", verspricht Riepegerste.
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