Seit Wochen bleibt ergiebiger Regen aus, die Sonne brennt unbarmherzig, und in vielen Gärten der Region hängen die Blätter müde herab. Was tun, wenn der Himmel einfach nicht mitspielt? Die Verbraucherzentrale NRW hat ein paar Kniffe parat, mit denen Hobbygärtner ihre grünen Oasen auch durch Hitzewellen bringen.
Richtige Pflanzenwahl macht den Unterschied
Nicht jede Pflanze reagiert gleich panisch auf Trockenheit. Mediterrane und heimische Gewächse stecken lange Dürrephasen oft locker weg, weil ihre tiefen Wurzeln auch in unteren Bodenschichten noch Wasser finden. Apfel-Rose, Adonisröschen, Blut-Storchschnabel, Eingriffeliger Weißdorn oder Scharfer Mauerpfeffer gelten als robuste Kandidaten — und punkten nebenbei noch bei Bienen und Insekten.
„Klimaanpassung beginnt auch vor der eigenen Haustür“, betont die Verbraucherzentrale NRW. „Wer auf hitzeresistente und trockenheitsverträgliche Pflanzen setzt und bewusst gießt, schützt wertvolle Wasserressourcen und sorgt dafür, dass der Garten auch in heißen Sommern grün bleibt.“
Seltener gießen, dafür richtig
Die tägliche Dusche mit der Gießkanne bringt wenig — besser für Pflanzen geeignet seien ein bis zwei kräftige Wassergaben pro Woche, so die Verbraucherzentrale. Diese Methode animiere die Wurzeln dazu, tiefer in den Boden vorzudringen, statt an der Oberfläche zu verharren.
Ob überhaupt Gießbedarf besteht, verrate ein einfacher Test: „Die oberste Erdschicht beiseite schieben und fühlen. Bleibt der Boden darunter feucht, kann die Gießkanne noch stehen bleiben. Erst wenn auch tiefere Schichten austrocknen, lohnt sich der Griff zum Schlauch.“
Auch die Uhrzeit mache den Unterschied: „Früh am Morgen oder am Abend verdunstet weit weniger Wasser als in der prallen Mittagssonne“, erklärte die Verbraucherzentrale. Gesammeltes Regenwasser aus Tonne oder Zisterne biete sich dafür ideal an. Und wer knappe Ressourcen klug verteilen will, solle zuerst Büsche, Sträucher und Bäume gießen: „Der Rasen übersteht Trockenzeiten meist auch ohne Extra-Wasser und erholt sich nach dem nächsten Regen von ganz allein.“
Der Boden als Wasserspeicher
Ein gut geschützter Boden hält Feuchtigkeit deutlich länger. „Rindenmulch, Rasenschnitt oder Laub wirken hier wie eine natürliche Isolierschicht, ebenso dicht stehende Bepflanzung oder Bodendecker, die Schatten spenden und die Verdunstung bremsen“, weiß die Verbraucherzentrale.
Humusreiche Böden speichern Wasser besser und geben es nach und nach an die Pflanzen ab. Der Humusgehalt lässt sich durch das Einarbeiten von Kompost einfach erhöhen, lautet die Empfehlung der Verbraucherzentrale. „Und wer das ein oder andere Unkraut toleriert, schafft im Dürresommer eine willkommene Nahrungsquelle für Insekten, wenn sonst kaum etwas blüht.“
Mehr Infos im Netz
Mehr zur klimaangepassten Gestaltung von Vorgärten finden Interessierte unter www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-vorgarten.
Eine Pflanzliste trockenheitsverträglicher Pflanzen gibt´s unter www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-pflanzen-vorgarten.











