Wie schnell aus Gruppendruck Abhängigkeit werden kann, zeigte den Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule am Montag, 2. Februar, ein Theaterstück:  „Alkohol – Mir geht es gut“, so lautete das Schauspiel, das der Weimarer Kultur-Express in der Aula der Sekundarschule aufführte.

Finanziert durch den Förderverein der Schule, konnte Jennifer Mengert, Lehrerin und Beauftragte für Suchtprävention an der Humboldtschule, auch in diesem Jahr den Weimarer Kultur-Express für das im Lehrplan fest etablierte Bühnenthema Alkoholismus gewinnen. Eingeladen waren zunächst die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen. Anschließen durften sich auch die Jahrgänge 9 und 10 mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsklassen 8, 9 und 10 verfolgten die Aufführung in der Aula.
Foto: Claudia Seegmüller | LokalDirekt

Mit „Alkohol – Mir geht es gut“ brachte der Weimarer Kultur-Express die Realität des Alkoholkonsums auf die Bühne, indem es zeigte, wie schnell der Wunsch nach Anerkennung und Akzeptanz in der Freundesclique in eine gefährliche Abhängigkeit münden kann. Im Mittelpunkt des Stücks stehen die zwei Freundinnen Mo (dargestellt von Laleh Iran Doosti) und Sol (Anna Luca Nispens), die sehr unterschiedliche Wege im Umgang mit Alkohol einschlagen. Während Mo sich — aus Schwärmerei zu Mark — zunehmend dem Alkohol hingibt, findet auch die zunächst skeptische und ablehnende Sol einen Zugang zur Droge. Doch Sol schafft rechtzeitig den Absprung und findet den Weg in eine Lehrstelle. Mo hingegen verunglückt bei einer Autofahrt mit ihren alkoholisierten Freunden und liegt schlussendlich im Koma — ohne Hoffnung der Ärzte, jemals wieder aus dem Koma zu erwachen.

Laleh Iran Doosti (l.) und Anna Luca Nispens (r.) präsentierten das Stück mit ausdrucksstarkem Schauspiel.
Foto: Claudia Seegmüller | LokalDirekt

Oft scheint vor allem Heranwachsenden Alkohol eine Lösung zu sein, um Unsicherheiten, Ängste oder schlechte Laune zu verdrängen — die beiden jungen Schauspielerinnen zeigten jedoch in ihrer gut einstündigen Darbietung mit starker Mimik und Gestik, wie schnell die unterschätzte Droge Alkohol im Alltag immer mehr Raum einnehmen kann.

In der anschließenden 30-minütigen Fragerunde zeigten die Schülerinnen und Schüler reges Interesse zum Entstehungsprozess des Stückes und nutzten die Gelegenheit, auch eigene Erfahrungen und Gedanken zum Thema zu teilen. Abschließend erhielten sie Informationen zu örtlichen Suchtberatungsstellen sowie Auskünfte über die „Nummer gegen Kummer“, die anonyme und vertrauliche Telefonberatung für Kinder und Jugendliche.