Mit viel Selbstironie, Schamlosigkeit und immer wieder auch emotionalen Momenten sorgte der Comedian Tony Bauer aus Duisburg-Marxloh am Donnerstag, 10. September, für einen unterhaltsamen Abend in Meinerzhagen. Vor ausverkauftem Haus im Evangelischen Gymnasium begeisterte er das Publikum über den gesamten Abend hinweg mit seinem teils scharfzüngigen, aber auch persönlichen Humor.
Ein bekannter Name auf Meinerzhagener Bühne
Normalerweise tritt der 30-jährige Comedian in Deutschlands Großstädten wie Berlin, Köln oder Hamburg auf. Am Donnerstagabend führte ihn seine Tour „Fallschirmspringer" jedoch in die rund 21.000 Einwohner zählende Stadt Meinerzhagen. Dass dabei ein kleiner Seitenhieb nicht fehlen durfte, war fast schon zu erwarten. „Ihr habt ja nichts in Meinerzhagen, gar nichts. Ein Kreisverkehr und du bist wieder aus Meinerzhagen raus", scherzte er gleich zu Beginn und hatte damit die ersten Lacher auf seiner Seite.
Tony Bauer wurde durch Auftritte bei der 1LIVE-Comedy-Nacht XXL und in verschiedenen Fernsehsendungen deutschlandweit bekannt. Dass er am Donnerstagabend in Meinerzhagen auf der Bühne stand, machte der Verein für Kommunikation und Kultur in Meinerzhagen und Kierspe (KuK) möglich. Bereits vor seinem großen Durchbruch war der Comedian vor vier Jahren im Rahmen eines Comedy-Mix-Programms bei KuK zu Gast.
„Es wird immer schwieriger, die großen Namen zu buchen. Zum einen sind sie teilweise jahrelang im Voraus ausgebucht, zum anderen kommen sie teils nicht mehr in so kleine Städte", sagt Steffen Wieland vom KuK-Verein. Umso größer war die Freude darüber, dass es dem Verein gelungen ist, Tony Bauer erneut nach Meinerzhagen zu holen.
Auch Anil Kaya, der den Abend als Voract eröffnete, sorgte bereits zu Beginn für einige Lacher. Dabei machte er sich unter anderem selbst über sein Lispeln und seine eher ausbaufähigen Englischkenntnisse lustig.
Schamlos, direkt und persönlich
Während des rund zweistündigen Programms seiner ersten Solo-Show überzeugte Bauer vor allem mit Selbstironie und Schlagfertigkeit. Für besonders viel Gelächter sorgten dabei immer wieder seine Gespräche mit dem elfjährigen Julian, der in der ersten Reihe saß. Ob die teils doppeldeutigen und schamlosen Sprüche des Comedians bei dem Jungen überhaupt ankamen, wusste Bauer selbst nicht so genau. Deshalb gab er Julian kurzerhand den Rat, seinen Vater nach der Show zu Hause zu fragen, was einige der Sprüche eigentlich zu bedeuten hätten.
Als kleines Dankeschön für die unterhaltsamen Wortwechsel, die nicht nur für Julian, sondern vermutlich auch für seine Mutter an der einen oder anderen Stelle etwas unangenehm gewesen sein dürften, hatte Bauer zum Ende des Abends noch eine Überraschung parat: Er versprach dem Jungen vier Tickets für eine seiner Shows sowie ein Exemplar seines neuen Buches zu schenken.
Zwischen Humor und bewegenden Momenten
Doch nicht nur lustige Momente standen im Mittelpunkt seines Auftritts. Immer wieder wurde der 30-Jährige auch emotional – etwa wenn er über seine Erkrankung, das Kurzdarmsyndrom, sprach oder seine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck brachte, dass er als Comedian sein Geld verdienen darf und die Menschen seinen Humor mögen. „Ich mache Quatsch auf der Bühne und ihr findet es cool. Dankeschön dafür", richtete er seinen Dank an die rund 300 Zuschauer.
Auch seine positive Einstellung zum Leben brachte an diesem Abend seine authentische und sympathische Art zum Vorschein: „Für einige Menschen ist das Glas halbvoll und für andere halbleer. Ich freue mich schon, wenn ich überhaupt ein Glas habe."








