110 Sängerinnen und Sänger aus 13 Chören haben sich am Samstag im 8Giebel Haus mit Gesangstechnik, Interpretation und Bühnenpräsenz beschäftigt. Zu der dreieinhalbstündigen Schulung hatte der Chorverband im Märkischen Kreis eingeladen. Als Referentin leitete Sängerin und Vokalcoach Ulrike Wahren aus Detmold den Workshop.
Von 11 bis 14.30 Uhr beschäftigten sich die Teilnehmer aus dem Märkischen Kreis mit unterschiedlichen Möglichkeiten, Stimme und Ausdruck beim Chorgesang einzusetzen. Das Angebot richtete sich neben Sängerinnen und Sängern auch an Vorstände, Chorleitungen und Dirigenten.
Birgit Claus, Sprecherin des Leitungsgremiums des Chorverbandes, begrüßte die Teilnehmer und stellte die Referentin vor. Ulrike Wahren arbeitet als Sängerin und Vokalcoach mit Chören und Solisten sowie im Sprech- und Präsenztraining. Der Chorverband hatte sie bereits mehrfach für Schulungen engagiert.
Vier Wege zu unterschiedlichen Klängen
Im Mittelpunkt des ersten Teils stand die Complete Vocal Technique, kurz CVT. Die Gesangsmethode beschäftigt sich damit, wie Sänger unterschiedliche Klänge erzeugen und dabei ihre Stimme gesund einsetzen können.
Wahren erläuterte zunächst die drei Grundprinzipien der Technik. Hinzu kommen vier sogenannte Vocal-Modes, mit denen unterschiedliche Arten der Stimmerzeugung beschrieben werden. Weitere Schwerpunkte bilden verschiedene Klangfarben sowie Effekte, mit denen sich der gesungene Klang verändern lässt.
Theorie und praktische Übungen wechselten sich während der Schulung ab. Nach der Mittagspause rückte die Interpretation eines Liedes in den Mittelpunkt. Unter der Fragestellung „Wie erwecke ich ein Lied zum Leben?“ beschäftigten sich die Sängerinnen und Sänger mit Emotion, Ausdruck, Interpretation und Präsenz. In Kleingruppen und Zweier-Teams probierten die Teilnehmer anhand von Liedfragmenten aus, wie unterschiedliche Vocal-Modes die Interpretation verändern können.
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Projektchor für das Deutsche Chorfest 2029 geplant
Die Schulung nutzte der Chorverband für einen Ausblick auf ein neues Projekt. Andrea Hengstenberg stellte den geplanten Projektchor vor, der 2027 seine Arbeit aufnehmen soll. Die Leitung übernimmt Ingo Reich.
Die erste Probe ist für Samstag, 23. Januar 2027, in der Aula des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs am Raithelplatz in Lüdenscheid vorgesehen. Ziel des Projektes ist ein Auftritt beim Deutschen Chorfest 2029 in Dortmund.
Zum Abschluss der Schulung gab Wahren den Sängerinnen und Sängern Hinweise für die Arbeit an neuen Stücken. Nach ihrer Einschätzung beginnt die Interpretation bereits vor dem eigentlichen Singen: Sänger sollten sich mit dem Komponisten, dem Text und dem Inhalt eines neuen Liedes auseinandersetzen. Erst auf dieser Grundlage könne sich die für die Interpretation notwendige Emotion entwickeln.
Für Auftritte empfahl Wahren zudem, möglichst ohne Noten zu singen. Dadurch könne sich die Konzentration stärker auf das vorgetragene Stück und dessen Ausdruck richten. Birgit Claus dankte der Referentin zum Abschluss für die Schulung.








