Die Stadt Halver prüft eine umfassende Erneuerung des Geh- und Radwegs auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Halver und Anschlag. Im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz wurde über Umfang, Ausführung und Finanzierung der Maßnahme beraten – eine Entscheidung steht noch aus.
Vorgesehen ist die grundlegende Sanierung des Weges: Die bestehende Oberfläche soll abgetragen, der Weg mit einer 20 Zentimeter starken Schotterschicht und einer zehn Zentimeter dicken Asphaltschicht versehen werden. Die Verwaltung sieht in einem 2,5 Meter breiten Asphaltweg die langfristig wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung – nicht zuletzt, weil er Barrierefreiheit schaffen und die bereits heute vielfältige Nutzung verbessern soll. Auch zwei Brückenbauwerke stehen im Fokus: Die historische Gewölbebrücke „Bolsenbach“ soll saniert, das marode Bauwerk „Ehberg“ abgerissen und durch eine neue Fahrradbrücke ersetzt werden.
Die Gesamtkosten wurden zunächst auf rund 1,15 Millionen Euro geschätzt, im Laufe des Ausschusses jedoch auf etwa 1,3 Millionen Euro korrigiert. Finanziert werden soll das Projekt über die Förderrichtlinie Nahmobilität, die eine Förderung von bis zu 80 Prozent vorsieht.
Kontroverse Diskussion im Ausschuss
Im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz entwickelte sich eine ausführliche Debatte über Umfang, Kosten und Ausgestaltung des Projekts. Michael Schmidt, Fachbereichsleiter Bauen, Umwelt und Klimaschutz, betonte die Bedeutung der Verbindung von der Katrineholmstraße bis zum Ortsteil "Am Anschlag" und sprach sich für die Asphaltvariante aus. Zahlreiche Bürger hätten darauf hingewiesen, dass der Weg mit Kinderwagen kaum noch nutzbar sei. Auch für Mountain- und Treckingbikes biete ein asphaltierter Weg Vorteile.
Die CDU unterstützte grundsätzlich eine Verbesserung des Weges, äußerte jedoch deutliche Zweifel angesichts der Gesamtkosten. „Wir haben mit dem Antrag damals nicht bezweckt, 1,3 Millionen Euro auszugeben. Es ging uns nicht um eine Asphaltlösung, sondern nur um Verbesserungen“, betonte Marvin Schüle (CDU).
Kritik kam auch aus der UWG: Man müsse hinterfragen, ob Asphalt in einem Waldgebiet überhaupt sinnvoll sei. Kinderwagen kämen auch jetzt schon durch und möglicherweise könnten die Brücken separat gefördert werden. „Da möchte ich im Sommer vielleicht auch mit dem Hund spazieren. Das würde aber nicht gehen, wenn sich der Asphalt im Sommer so stark aufheizt“, betont Bastian Droß. Dr. Sabine Wallmann (UWG) rückte die Finanzen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. „Wir diskutieren über die Kosten der Sanierung "Im Sumpf" – und dann 1,3 Millionen für einen Radweg? Es wird Leute geben, die das toll finden. Und Leute, die lieber auf dem bestehenden Boden joggen als auf Teer.“
Matthias Clever (Bündnis 90/Die Grünen) bewertete die Maßnahme aus ökologischer Sicht kritisch. „Das kann man dem Bürger nicht erklären. Auch wenn der Eigenanteil durch die Förderung nur 260.000 Euro betragen sollte.“ Bürgermeister Armin Kibbert hingegen sprach sich für die vorgeschlagene Variante aus. Die Verwaltung handle auf Wunsch der Bürger. Asphalt sei nicht umweltschädlich und biete einen klaren Mehrwert – etwa für Inliner, Roller oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Zudem verbessere der Weg die Anbindung des gesamten Stadtteils. Bauamtsleiter Michael Schmidt ergänzte, dass es sich um eine alte Bahntrasse handele: „Ökologisch ist hier schon mal gar nichts.“ Radwege dieser Art hätten eine hohe Akzeptanz, und man habe „einmal die Möglichkeit, etwas richtig Gutes zu realisieren“.
Marvin Schüle (CDU) fasste den Verlauf der Diskussion in seinem Antrag zusammen: Die Verwaltung soll nun sowohl die umfassende Sanierungsvariante als auch eine kürzere Version, die sich auf die beiden Brücken beschränkt, beim Fördergeber einreichen. Nach Vorliegen möglicher Förderzusagen soll weiterberaten werden.











