Hohe Polizeipräsenz an der Polizeiwache im Kreishaus an der Friedrichstraße in Iserlohn. Nichts Besonderes, sollte man meinen. Dass aber gut 80 Gesetzeshüter und Zivilbeschäftigte sich vor dem Polizeigebäude trafen, hatte einen triftigen Grund.

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Die Kreisgruppe MK der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte zur „Aktiven Mittagspause“ eingeladen. Die organisierten Beamtinnen und Beamten wollten damit in der laufenden Tarifauseinandersetzung den Druck auf den Landesarbeitgeber erhöhen. Wie es sich für eine zünftige Mittagspause gehört, war an das leibliche Wohl mit Frikadellen, Brötchen und Waffeln bestens gedacht. Unterstützt wurde die GdP auch vom Kreisverband Märkischer Kreis der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund (DBB).

Die Teilnehmenden trugen sich in die ausgelegten Listen ein.
Foto: Hendrik Klein

Teilnehmende auch aus Hemer und Menden

„Wir wollen vor der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar in Potsdam noch einmal ein Zeichen für die Arbeitgeber setzen“, erklärte die frischgebackene GdP-Kreisvorsitzende Michelle Pfeiffer im Gespräch. Die erste Verhandlungsrunde sei ergebnislos abgebrochen worden, so die Polizistin, deren Dienstsitz die Polizeiwache Menden ist.

Auch aus Hemer und Menden waren einige Teilnehmer nach Iserlohn gekommen. „Der Weg aus dem südlichen Kreisgebiet nach Iserlohn ist für eine kurze Mittagspause natürlich zu weit“,erklärte Michelle Pfeiffer, die sich aber über die große Teilnehmerzahl sehr freute. „In vielen anderen Polizeidienststellen finden bis zum 15. Januar zu unterschiedlichen Terminen weitere Aktionen statt“, weiß die GdP-Kreisvorsitzende.

Mit leckeren Frikadellen und Waffeln stärkten sich die Demo-Teilnehmer vor dem Iserlohner Kreishaus.
Foto: Hendrik Klein

Sieben Prozent mehr gefordert

„Wir fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sieben Prozent, mindestens aber um 300 Euro monatlich, die Anhebung der Ausbildungsentgelte um 200 Euro monatlich, die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten“, erläuterte Barbara Krause, stellvertretende Kreisvorsitzende, die Forderungen der GdP in der aktuellen Tarifauseinandersetzung. Eine Verbesserung der Entlohnung sei dringend erforderlich. „Wir hinken hinter der Bezahlung der Landesbediensteten hinterher“, sagt Barbara Kruse. Eine Steigerung der Attraktivität des Polizeiberufs sei dringend nötig, um den Personalmangel beseitigen zu können. „Vor allem im IT-Bereich ist es dramatisch“, so Barbara Kruse.

Nach der „Aktiven Mittagspause“ gingen die Gesetzeshüter und Regierungsbeschäftigten dann gut gestärkt zu zuversichtlich wieder an ihre Arbeit.