Mit den gemischten Stimmen Biggesang aus Olpe und den Four Valleys aus Plettenberg traten zwei außergewöhnliche und doch so unterschiedliche Chöre des Sauerlandes in der Plettenberger Aula auf und sorgten im Publikum für Gänsehautmomente. In der sehr gut besuchten Aula gab es am Ende stehende Ovationen, die Rückschluss auf ein begeisterndes Konzert gaben. Das Literaturprogramm beider Chöre bietet einen Ausschnitt aus verschiedenen Genres der modernen Chormusik, die von ihnen jeweils speziell gestaltet und ausgearbeitet wird.

Bereits vor einem halben Jahr gab es diese Auftrittskonstellation in Herscheid im Bildungszentrum Rahlenberg. Für Liebhaber guter Chormusik damals ein Wettlauf mit der Zeit, waren doch nur begrenzte Eintrittskarten zu erwerben. Diese waren ruckzuck verkauft. So beschlossen die Vorstände beider Chöre, diese erfolgreiche Veranstaltung zu wiederholen, um auch anderen Chormusikfans, die leer ausgegangen waren, dieses Hörerlebnis zu ermöglichen.

Biggesang zählt seit Jahren zu den leistungsstarken Ensembles der Region. Spätestens mit der Auszeichnung als „Bester Chor des Westens“ im Jahr 2019 erlangte der Chor überregionale Bekanntheit. Unter der Leitung von Volker Arns steht insbesondere eine präzise Stimmführung im Fokus. Durch vielfältige Standwechsel in den einzelnen Registern erhält der Zuhörer einen wunderbaren Chorklang serviert. Beeindruckend, wie sauber und präzise die Einsätze kamen, Akzentpunkte gesetzt wurden. Mit dem Titel „Alles das kann nur Musik“ von Oliver Gies und Carsten Gerlitz geschrieben, wird kompakt und doch poetisch beschrieben, wie Musik Emotionen wecken, Brücken zwischen Menschen bauen kann, Lebensveränderungen bewirken kann.

So einen emotionalen Moment gab es dann auch für die junge Biggesang-Solistin Antonia, die mit ihrem gefühlvollen Gesang in „Supermarket flowers“ die siebenjährige Emilia so berührte und beeindruckt hatte, dass Emilia allen Mut aufbrachte und mithilfe des Moderators Sven der gerührten Sängerin ein Sträußchen selbst gepflückter Blumen überreichte. Mit den Songs „Fast car“, „Circle of life“ und „Music“, jeder Titel für sich bereits seit Jahrzehnten im Original ein Evergreen, brachten die gemischten Stimmen Biggesang große Gefühle in allen Facetten auf die Bühne.

Die siebenjährige Emilia traute sich zu Moderator Sven auf die Bühne.
Foto: Ai-Lan Na-Schlütter/LokalDirekt

Die Four Valleys setzen auf stilistische Vielfalt. Ihr Repertoire reicht von Pop bis Spiritual. Chorleiter Thomas Weidebach prägt das Ensemble seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Kombination aus musikalischer Disziplin und starker Bühnenpräsenz sorgt regelmäßig für erfolgreiche Auftritte und eine enge Verbindung zum Publikum. Dazu zählt letztendlich nicht nur die unnachahmliche augenzwinkernde Anmoderation von Sven Mialkas, neben Henning Schewe einer der beiden solistisch auftretenden Sänger. Der heimische Chor kann ebenfalls mit mehreren Meisterchortiteln aufwarten.

Dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, konnte man bei diesem Konzertabend erleben, als sie als Folge ihrer kreativen Werbeaktion „Bring a buddy“ sechs neue Sänger präsentieren durften, die erstmalig auf einer Bühne standen. Leichte Unsicherheiten zu Beginn wurden im Laufe des Konzertes gut aufgefangen.

Aufgrund ihres Daseins als einzige heimische Boygroup war es nur klar, dass ein Song der Back Street Boys, „I want it that way“, mit ins Programm aufgenommen werden musste. Weitere Beispiele ihrer sängerischen Vielfalt riefen die Four Valleys mit „Kiss from a rose“, „Feuerzeug“, „Fat Bottom Girl“, „Leningrad“ oder „Soon ah will be done“ auf.

Zum Abschluss verbanden sich die sängerischen Kräfte von Biggesang und Four Valleys zum gemeinsam gesungenen Lied „Ruhe“ von Joshua Bredemeier.