Der Bürgerbus gehört in Herscheid seit Jahren zum Alltag. Doch das Angebot steht unter Druck: Weniger Fahrgäste, fehlende Fahrer und ein alternder Vorstand gefährden den Betrieb.
Der Bürgerbus fährt, wenn andere nicht mehr fahren. Er bringt ältere Menschen zum Arzt, erledigt Wege zum Einkauf und hält Verbindungen im Ort aufrecht. Bürgermeister Uwe Schmalenbach ordnet das Angebot klar ein: Der Bus sichere Teilhabe und Selbstständigkeit – besonders für Menschen ohne eigenes Auto. Fällt der Bürgerbus weg, trifft das vor allem diejenigen, die ohnehin eingeschränkt mobil sind. Eine schnelle Alternative ist nicht in Sicht.
Ehrenamt am Limit
Der Bürgerbusverein trägt das Angebot. Doch genau hier liegt das Problem. Mehrere Vorstandsmitglieder wollen ihre Aufgaben altersbedingt abgeben. Gleichzeitig fehlen neue Ehrenamtliche, die Verantwortung übernehmen.
Vorstandssprecher Reinhard Merkschien richtet den Blick gezielt auf eine Generation: frisch gebackene Rentner. Sie könnten Erfahrung und Zeit einbringen – und gleichzeitig etwas für die Gemeinschaft tun.
Weniger Fahrgäste, weniger Perspektive
Parallel sinkt die Nachfrage. Rund 2000 Fahrgäste nutzten den Bus im vergangenen Jahr. Auch bei Schülern und Menschen mit Schwerbehinderung gehen die Zahlen deutlich zurück.
Hans-Jürgen Jülich, seit der Gründung dabei, beobachtet eine Entwicklung, die den Betrieb infrage stellt: Immer öfter fährt der Bus ohne Fahrgäste durch den Ort. Das belaste die Wirtschaftlichkeit und stelle auch die ökologische Sinnhaftigkeit infrage.
Angebot steht – Nutzung fehlt
Dabei ist das Angebot vorhanden: Der Bus fährt montags bis freitags am Vormittag, ist barrierearm ausgestattet und vergleichsweise günstig. Auch das Deutschland-Ticket gilt.
Trotzdem bleibt die Nachfrage hinter den Möglichkeiten zurück. Ohne ausreichend Fahrgäste und ohne neue Ehrenamtliche gerät das System ins Wanken.
Aufruf zur Unterstützung
Die Gemeinde und der Verein setzen nun auf direkte Ansprache. Ein Informationsnachmittag im Rathaus soll Interessierte gewinnen – für den Fahrdienst, den Vorstand oder einfach als Nutzer.
Die Botschaft ist eindeutig: Der Bürgerbus hat lange geholfen. Jetzt braucht er selbst Unterstützung.
Der Informationsnachmittag findet am Donnerstag, 16. April, ab 17 Uhr im Bürgersaal des Rathauses statt. Dort können sich Interessierte unverbindlich über die Aufgaben des Vorstands und der Fahrer sowie den Fahrplan informieren. Dann kann man auch den Bürgerbus besichtigen.









