Während die SPD bereits Anfang Januar ihren Kandidaten Gordan Dudas für die Landtagswahl 2027 nominiert hat, herrschte aus Reihen der CDU bisher Schweigen. Nun haben die fünf Stadtverbände Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen und Schalksmühle einen gemeinsamen Kandidaten vorgestellt - gemeinsam mit der Stadt Lüdenscheid bilden sie den Landtagswahlkreis 123 (Märkischer Kreis III).

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Die Christdemokraten aus dem Volmetal präsentierten am 17. Februar den Kiersper Peter Schrade als gemeinsamen Kandidaten. "Lasst uns gemeinsam frühzeitig ein Zeichen der Geschlossenheit setzen und mit einem starken Kandidaten in die Vorbereitung der Landtagswahl gehen", heißt es in dem Schreiben. Es ist unterschrieben vom Halveraner Andreas Wolter, Thomas Hartung aus Herscheid, der Kiersperin Alica Brück, Thorsten Stracke (Meinerzhagen) sowie Dirk Kersenbrock aus Schalksmühle. Sie alle sind Vorsitzende des jeweiligen Ortsverbandes.

Peter Schrade wird in dem Schreiben vorgestellt: "Einstimmig empfehlen wir Euch daher, den Kiersper Peter Schrade als gemeinsamen Kandidaten für die Landtagskandidatur zu nominieren. Peter Schrade ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Als amtierender stellvertretender Bürgermeister der Stadt Kierspe ist er fest in der kommunalen Praxis verwurzelt und vielen Bürgerinnen und Bürgern persönlich bekannt. Als ehemaliger Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Kierspe kennt er zudem die Parteiarbeit von der Basis an und weiß, wie wichtig Geschlossenheit und Teamarbeit sind", so die Vorsitzenden.

Weiter heißt es: "Der studierte Diplom-Kaufmann ist als Unternehmensberater tätig und hat sich zum Betriebswirt für betriebliche Altersvorsorge sowie zum zertifizierten Berater für Unternehmensnachfolge weitergebildet. Seine berufliche Expertise prägt seine politischen Schwerpunkte: die Stärkung unserer heimischen Wirtschaft, bessere Bildungs- und Aufstiegschancen sowie die nachhaltige Unterstützung des Ehrenamts. Sein Engagement im Bundesverband mittelständische Wirtschaft, im Deutschen Mittelstandsbund sowie in der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU unterstreicht seine klare Verankerung im Mittelstand. Darüber hinaus ist Peter Schrade als Kassierer des Schützenkreises Lüdenscheid weit über Kierspe hinaus in unserer Region vernetzt."

Schrade soll damit die Nachfolge von Ralf Schwarzkopf antreten. Der Lüdenscheider wurde bei der letzten Landtagswahl 2022 mit einem Vorsprung von 0,6 Prozent der Erststimmen zum direkt gewählten Landtagsabgeordneten der Region und wechselte nach der Kommunalwahl 2025 in das Amt des Landrates. "Vor diesem Hintergrund haben sich die Vorsitzenden der CDU-Verbände Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen und Schalksmühle intensiv beraten. Unser Ziel war es, frühzeitig ein starkes personelles Angebot für die Landtagskandidatur im kommenden Jahr zu unterbreiten – geschlossen, verantwortungsvoll und mit klarem Blick auf die Interessen unserer Region", heißt es aus den fünf Ortsverbänden.

Nach der Nominierung durch die fünf Verbände muss Schrade noch durch eine parteiinterne Aufstellungsversammlung gewählt werden. Auffällig: Die CDU Lüdenscheid hat als einzige Kommune den Brief nicht unterschrieben. Auf der Deligiertenversammlung könnte die größte Kommune des Wahlbezirkes einen Gegenkandidaten stellen, damit würden Landrat und Landtagskandidat aus der gleichen Stadt kommen. Der Stadtverbandsvorsitzende Christoph Weiland war auf LokalDirekt-Anfrage nicht zu erreichen. Sein Stellvertreter Björn Weiß erklärte, dass es einen ganz einfachen Grund dafür gibt: "Wir hatten noch keine Vorstandssitzung." Die Frage nach einem Gegenkandidaten konnte Weiß daher nicht beantworten.