Sie prägten über Jahrzehnte das Stadtbild, doch nun droht ihnen das Ende: Fünf mehr als 100 Jahre alte Bäume am Stenner-Gymnasium und im Park von Haus Letmathe sind nicht mehr standsicher. Der Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer (SIH) muss drei von ihnen fällen.
Sachverständiger bestätigt Schäden
Bei den regelmäßigen Baumkontrollen hatten Fachleute erhebliche Schäden festgestellt. Betroffen sind eine Blutbuche am Stenner-Gymnasium sowie eine Gemeine Esche, eine Rotbuche, ein Bergahorn und eine Rosskastanie im Park von Haus Letmathe. Alle fünf Bäume sind deutlich älter als 100 Jahre, die meisten haben einen Stammdurchmesser von mehr als 120 Zentimetern.
Um mögliche Alternativen zu einer Fällung zu prüfen, zog der SIH zusätzlich den Bochumer Baumgutachter Dr. Markus Streckenbach hinzu. Dieser bestätigte die Befunde und die daraus resultierende Gefahr, dass die Bäume umstürzen könnten.

Zwei Bäume bleiben als Lebensraum erhalten
Am Stenner-Gymnasium ist eine Blutbuche vom Brandkrustenpilz befallen. Ihre Spitze ist bereits abgestorben, zudem sind mehrfach Teile des Stammes ausgebrochen. Der SIH muss den Baum deshalb stark zurückschneiden. Ein etwa vier Meter hoher Stamm bleibt als Habitatbaum stehen.
Auch eine Gemeine Esche im Park von Haus Letmathe kann erhalten bleiben – allerdings nur in stark gekürzter Form. Ein Befall mit Lackporlingen hat den Stammfuß so stark zersetzt, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Der etwa drei Meter hohe Stamm soll künftig ebenfalls als Lebensraum für Tiere dienen.
Drei Bäume müssen gefällt werden
Für eine Rotbuche, einen Bergahorn und eine Rosskastanie im Park von Haus Letmathe gibt es keine solche Möglichkeit. Bei der Rotbuche haben Pilze sowohl den oberen Kronenbereich als auch die für den Halt wichtigen Wurzeln geschädigt. Beim Bergahorn und bei der Rosskastanie hat Hallimaschbefall zu Fäulnis geführt.
Bei der Kastanie ist der Stamm im Inneren bereits hohl; die verbliebene Holzwand reicht für einen sicheren Stand nicht mehr aus. Alle drei Bäume müssen gefällt werden.
„Das macht uns auch keinen Spaß“, sagt Manuel Herzig, Meister der Baumpflege beim SIH. Er wisse um die besondere Bedeutung der mächtigen Bäume für Natur und Mensch. „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger geht aber vor.“
Arbeiten beginnen am 21. Oktober
Die Maßnahmen dulden laut SIH keinen Aufschub. Daher sollen die Arbeiten im Park von Haus Letmathe bereits am Mittwoch, 21. Oktober, beginnen. Anschließend folgt die Blutbuche am Stenner-Gymnasium. Der SIH rechnet mit einem Abschluss bis Mitte der folgenden Woche.









