Sehr gut besucht war die Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung des aus Plettenberg stammenden Illustrators und Comiczeichners Dietmar Krüger im Heimathaus am Kirchplatz. Mit dieser Sonderausstellung möchte der Heimatkreis Plettenberg an den Erfolg der vorangegangenen Marienkäfer-Ausstellung anknüpfen.
Frühes Werk: Plattencover für Täuschung
In der Ausstellung, die am Freitag durch den Heimatkreis-Vorsitzenden Volker Hauer eröffnet wurde, sind Werke Krügers aus verschiedenen Bereichen für unterschiedliche Auftraggeber und Anlässe zu sehen. Darunter auch ein Frühwerk aus den 1980er Jahren für die damalige Plettenberger Band Täuschung, für die Krüger ein Plattencover kreierte. Die damaligen Bandmitglieder Peter Schlütter und Jörg Wilmink ließen es sich nicht nehmen, Krüger persönlich zu begrüßen. „Ich war jung und brauchte das Geld“, scherzte Krüger angesichts eines seiner frühesten Produkte. Zu sehen sind u. a. Plakate für Veranstaltungen und Produktverpackungen.
Krüger stellt auch den Werdegang seines ersten selbst verfassten Kim-Luna-Comicbuches nach. „Der Fluch des Wiedertäufers“ (2012) ist ein kriminalistischer Münster-Comic mit der jungen Parapsychologin Kim Luna als Titelheldin. Immer wenn es seine Zeit zulässt, d. h. Zeit, die er nicht für kommerzielle Aufträge benötigt, zeichnet er an der Fortsetzung der Kim-Luna-Serie. Mit im Gepäck zum käuflichen Erwerb hat Krüger eine begrenzte Anzahl an Postern im A2-Format, die Szenen darstellen, wie sie sich etwa im Jahr 1959 auf dem Maiplatz zugetragen haben könnten.
Zeichenkurse für Kinder
Auch wenn der berufliche Werdegang Krüger bereits vor über 40 Jahren aus der Vier-Täler-Stadt brachte, sind familiäre Wurzeln immer wieder Grund für Besuche in Plettenberg. Mit dieser Ausstellung kehrt der Künstler erneut in seine Heimatstadt zurück. Anhand der Exponate erhält der Besucher einen Eindruck, wie Krügers Illustrationen Geschichten erzählen, sein künstlerisches Stilbewusstsein seinen Wiedererkennungswert hervorbringt. Geplant sind im Laufe des Jahres weitere Aktionen mit Krüger im Heimathaus, wie Zeichenkurse für Kinder. Der nächste Termin wird voraussichtlich während des Frühjahrsmarktes Anfang Mai zustande kommen.
Aus den Kindheitsanfängen mit Papier und Stiften, den Comics über die Titelhelden Fix und Foxi als Schlüsselreiz, gelang Krüger nach abgeschlossenem Diplomstudium die Selbstständigkeit als Illustrator und Comiczeichner. Sein Wissen und seine Begeisterung für sein Metier gibt er darüber hinaus in Kursen, Workshops und Vorträgen weiter.
Wurde früher noch der Comic oft als „Schundliteratur“ verschrien, hat sich bis heute sein Standing deutlich verbessert. Er hat einen wachsenden Stellenwert als ernstzunehmendes Medium für Literatur, Bildung und Kunst, reflektiert gesellschaftliche Themen und ist als Kunstform ein erzählendes Werkzeug, das eigene Welten schafft und künstlerische Einblicke schafft. Krüger unterscheidet seine Arbeit als Illustrator und Comiczeichner und erklärt, dass er als Illustrator einen zeitlichen Ablauf einer Geschichte verdichtet, während der Comiczeichner einen Handlungsfluss illustrieren muss. Das heißt, er muss Bilder aneinanderreihen, die einen zeitlichen Ablauf darstellen, sodass man die Handlung versteht, die der Protagonist in dem Moment gerade durchführt.
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Zusammenarbeit mit renommierten Verlagen
Krüger hat bereits mit Buch- und Spieleverlagen wie Ravensburger, Bastei, Schneiderbuch und dem Breitschopfverlag in Wien zusammengearbeitet. Viele andere mehr schätzen seine Ideen und fantasievollen Umsetzungen, ebenso wie Kultur- und Lifestyle-Magazine wie Focus, Max, Men´s Health, GQ, FHM und Cinema.
Auch Werbeagenturen und Privatkunden gehören zu seinen regelmässigen Auftraggebern. Für die Verlage Fan Pro und Pabel Moewig illustriert Dietmar Krüger außerdem seit vielen Jahren Lizenzfiguren wie Perry Rhodan oder Atlan.
Die Ausstellung im Heimathaus kann bis Ende des Jahres zu den Öffnungszeiten des Heimathauses (mittwochs und sonntags von 14.30 bis 17 Uhr) besucht werden. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung wird unterstützt durch die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW.










