In der Woche vom 2. bis 6. Februar erlebten die Jahrgangsstufen 11 und 12 des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs eine zukunftsweisende Projektwoche, die digitale Lernmethoden mit praxisnahen Wirtschaftssimulationen verknüpfte.

Die Schüler der 11. Jahrgangsstufe arbeiteten von zu Hause aus in Gruppen an einer umfassenden Lernsituation zum Thema „Beschaffung von Beamern als Handelsware“. Über die Plattform Microsoft Teams erfolgte die gesamte Projektabwicklung – von der Kommunikation mit allen Lehrkräften der Jahrgangsstufe und Teilnehmenden bis zur Bereitstellung der Arbeitsmaterialien und Aufgabenabgabe. Dies förderte selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen, das sich an den Anforderungen der modernen Arbeitswelt orientiert.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die intensive Auseinandersetzung mit dem Beschaffungsprozess. Die Lernenden erarbeiteten sich Kenntnisse über die rechtliche Bedeutung und das Verfassen von Geschäftsbriefen in Englisch und Deutsch unter Einhaltung formaler Anforderungen. Ein wesentlicher Aspekt war die Angebotsauswahl, bei der Kriterien wie Preis, Qualität und Zuverlässigkeit analysiert wurden. Diese interdisziplinäre Herangehensweise, die Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Mathematik, Physik, Deutsch, Englisch und Wirtschaftsinformatik integrierte, ermöglichte den Teilnehmenden, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und praxisnahe Kompetenzen zu erwerben.

Jahrgangsstufe 12 mit der Lehrkraft Bettina Klippel auf der rechten Seite.
Foto: Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg

Parallel dazu nahmen die Schüler der 12. Jahrgangsstufe unter Begleitung der Lehrkräfte Bettina Klippel und Michael Schmitt am webbasierten Wirtschaftsplanspiel WIWAG teil, bei dem sie in die Rolle von Unternehmensvorständen schlüpften. Die hohe Komplexität des Spiels und der Druck, Entscheidungen innerhalb festgelegter Zeitrahmen zu treffen, verliehen dem Projekt besondere Spannung. Die Lernenden konnten betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Inhalte in einem praktischen Kontext erleben.

Gymnasiast Niklas Raillon berichtete: „Das Planspiel WIWAG ist sehr vielseitig. Kleine Veränderungen an Kennzahlen, wie zum Beispiel Werbeetat oder Qualität der Produkte, können den Gewinn mehr beeinflussen als anfangs gedacht. Die Arbeit erfolgte von zuhause, so dass es eine kleine Vorbereitung an Homeoffice-Momente darstellte. Die Simulation haben wir bis Level 4 und Geschäftsjahr 14 gespielt. Von Geschäftsjahr 11 an haben wir Entscheidungen getroffen, die dann immer weiter durchgeführt wurden. Die Simulation wurde demnach immer realistischer und dabei spielten auch volkswirtschaftliche Einflussfaktoren eine Rolle. Durch WIWAG haben wir viel für die Zukunft gelernt. Zum einen schulisch für die Unterrichtsfächer BWR oder VWL und zum anderen auch im Beruf und der Berufswahl.“ Die Lehramtspraktikanten Niclas Haardt und Malte Wied waren dabei und werden dazu eine Studienarbeit anfertigen.


Die digitale Durchführung der Projektwoche stellte eine besondere Herausforderung dar, die von Lehrkräften und Lernenden gleichermaßen engagiert gemeistert wurde. Die Rückmeldungen waren zum größten Teil positiv, und viele äußerten den Wunsch, solche Projekte auch in Zukunft fortzuführen. "Die Woche zeigte eindrucksvoll, wie modernes Lernen auch in digitalen Formaten effektiv gestaltet werden kann", ist das Fazit.