Wenn die Fans der Iserlohn Roosters das olympische Eishockey-Turnier in Mailand verfolgen, sehen sie auch alte Bekannte, die schon einmal das Trikot der Sauerländer getragen haben.
Während aus dem aktuellen Kader kein deutscher Spieler für Olympia nominiert wurde, steht mit Verteidiger Matias Lassen ein Crack im Kader Dänemarks. Hoffnungen auf einen Einsatz im DEB-Dress hatten sich im Vorfeld Roosters-Kapitän Daniel Fischbuch – der auch die Vorbereitungsspiele bestritt – und Nationalmannschafts-Verteidiger Colin Ugbekile gemacht. Ugbekile wurde nicht eingeladen, Fischbuch musste Platz machen für die in der NHL aktiven Deutschen.
Verletzung vor den Spielen
Blieb aus dem aktuellen Roosters-Kader nur Matias Lassen. Aber auch der Einsatz des Dänen war lange in der Schwebe. Der 29-Jährige hatte sich Ende Januar im Heimspiel gegen die Adler Mannheim schwerer verletzt. Lassen wurde aber rechtzeitig für die Olympischen Spiele wieder fit und konnte im Auftaktspiel der Dänen gegen Deutschland auflaufen. Das DEB-Team gewann gegen Dänemark 3:1. Die zweite Partie verloren Matias Lassen und seine Dänen 3:6 gegen die USA.
Kaspars Daugavins Kapitän der Letten
Einer, den man am Seilersee ebenfalls bestens kennt und an den die Fans gute Erinnerungen haben, ist Kaspars Daugavins, Kapitän der Lettischen Nationalmannschaft. Der 37-Jährige erlernte das Eishockeyspielen in seiner Heimatstadt Riga. In der Saison 2013/014 trug er das Trikot von Servette Genf in der Schweizer NLA. Dort gewann er den Spengler Cup. In den folgenden acht Jahren ging der Lette in der russischen KHL für Dynamo Moskau, Torpedo Nizhny Novgorod und Spartak Moskau auf Torejagd. Insgesamt stehen für Daugavins 459 Einsätze (118 Tore-175 Assists-293 Punkte) und eine Teilnahme am KHL-All-Star Game zu Buche.
21 Tore für die Roosters
Über den SC Bern und einem weiteren Jahr in der Schweizer NLA führte Daugavins Weg zum ersten Mal nach Deutschland. In der Saison 2022/2023 erzielte der routinierte Stürmer in 55 Spielen 49 Punkte (21 Tore) für die Iserlohn Roosters in der DEL. Mit 17 Jahren debütierte er als jüngster Spieler, der jemals für die lettische A-Nationalmannschaft auflief, bei der Weltmeisterschaft in Lettland. Insgesamt nahm der 37-Jährige bisher an elf Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen teil. In den Jahren 2015 bis 2017, sowie 2021, 2023 und 2025 führte er die lettische Nationalmannschaft als Kapitän an. 2023 gewann er mit Lettland die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft.
Sieg gegen das DEB-Team
Dass die Letten auch bei dieser Olympiade ein starkes Team stellen, bekam in der Vorrunde nicht zuletzt die DEB-Mannschaft zu spüren. Die Letten besiegten die Mannen von Bundestrainer Harold Kreis mit 4:3. Einen Rückschlag musste Ex-Rooster Kaspars Daugavins dann aber in der folgenden Partie gegen die favorisierten USA mit 1:5 hinnehmen. Aktuell steht der 37-jährige Angreifer im Kader des DEL2-Clubs Krefeld Pinguine und hat beste Aussichten mit seinem Team in die Deutsche Eishockeyliga aufzusteigen. Dann gibt es vielleicht ein Wiedersehen am Seilersee.
Anthony Rech für Frankreich
Ein weiterer Name, den man am Seilersee kennt, ist Anthony Rech. Der französische Nationalspieler hatte sich zum Ende der Saison 2022/2023 den Iserlohn Roosters angeschlossen, für die er bis zum Saisonende 16 Partien absolvierte. Zur Saison 2023/24 wechselte der 33-Jährige zurück zu seinem Ausbildungsverein Dragons de Rouen in die französische Ligue Magnus, mit dem er am Ende der Spielzeit die französische Meisterschaft feiern konnte. Bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina ist es für Anthony Rech und seine Mannschaft nicht so gut gelaufen. Die Franzosen verloren ihr Auftaktspiel gegen die Schweiz mit 0:4 und mussten sich auch den Tschechen mit 3:6 geschlagen geben.









