Auch wenn sich das Wetter in Südwestfalen Ende März noch einmal winterlich zeigte, richten Feuerwehr und Forst im Märkischen Kreis den Blick nach vorn: Sie bereiten sich frühzeitig und intensiv auf eine mögliche Waldbrandsaison vor.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Gefahrenlagen für Waldbrände zunehmend früher im Jahr beginnen und stark von kurzfristigen Wetterentwicklungen abhängen. Aktuelle Daten unterstreichen diese Entwicklung: In Nordrhein-Westfalen wird bereits jetzt flächendeckend eine erhöhte Waldbrandgefahr festgestellt – mit mindestens mittleren Gefahrenstufen an allen Messstationen.
Vor diesem Hintergrund haben sich Vertreter des Brand- und Bevölkerungsschutzes sowie von Wald und Holz Nordrhein-Westfalen getroffen, um die Zusammenarbeit zu vertiefen und konkrete Vorbereitungen zu treffen. An der Besprechung nahmen Kreisbrandmeister Michael Kling, sein Stellvertreter Karsten Runte sowie Ausbildungskoordinator Jens Bartke teil. Wald und Holz NRW wurde durch Julia Böning, Leiterin des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland, sowie Revierförsterin Miriam Franzke vertreten.
Im Fokus standen neben der aktuellen Lageeinschätzung insbesondere die Vorbereitungen auf die mögliche Waldbrandsaison sowie die Übergabe einer zentralen Funktion: der „Fachberaterin Wald und Holz“. Diese Aufgabe übernimmt künftig Miriam Franzke und tritt damit die Nachfolge von Melanie Fischer an.
Schnelles Handeln im Ernstfall
Die Funktion des Fachberaters ist wichtig für den Bevölkerungsschutz. Sie bringt forstliches Fachwissen direkt in die Gefahrenabwehr ein, sowohl präventiv als auch im Einsatz. Zu den Aufgaben gehören die Beratung der Feuerwachen, die Unterstützung bei Vegetationsbränden vor Ort, die Mitwirkung in der Ausbildung sowie die Funktion als zentrale Ansprechpartnerin für den Bevölkerungsschutz. Wie wichtig diese enge Verzahnung ist, zeigte sich in der Vergangenheit: Bei den großen Waldbränden am Hegenscheid in Iserlohn (2022 und 2025) konnten durch die Zusammenarbeit schnell spezialisiertes Personal und spezielle Geräte organisiert werden. Zudem erleichtern detaillierte Forstkarten die taktische Einschätzung der Lage, etwa bei der Beurteilung möglicher Brandausbreitungen.
Neben einsatztaktischen Themen wurden auch der Zustand der Wälder im Märkischen Kreis, aktuelle Aufforstungsprojekte, die Befahrbarkeit von Waldwegen sowie die Löschwasserversorgung besprochen. Themen, die direkt in die Einsatzplanung und Ausbildung der Feuerwehren einfließen. „Auch wenn die Temperaturen zuletzt noch kühl waren, wissen wir aus den vergangenen Jahren, dass sich die Lage sehr schnell ändern kann. Die Vegetation ist vielerorts bereits trocken, und Waldbrände beginnen faktisch immer früher im Jahr. Umso wichtiger ist es, dass wir vorbereitet sind. Die enge Zusammenarbeit mit Wald und Holz ist für uns dabei ein zentraler Erfolgsfaktor – sowohl in der Prävention als auch im Einsatz“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling.








