„Durch Bäume, durch Wiesen, durch Auen. Wie du, Wasser, fliesst, ist es gut.“ – Teil eines Gedichts des Wiener Objektkünstlers Friedensreich Hundertwasser und eine Antwort an den Meinerzhagener Objektkünstler Peter Sevriens. Fast 40 Jahre ist das her. Jetzt, ein gutes halbes Jahr nach Sevriens Tod, wird die Aktion ein Thema bei einer Präsentation in Hamburg sein.
„Fast alles kann Kunst sein“, heißt die Ausstellung, die vom 8. bis 10. Oktober in der K-OZ Galerie in St. Pauli zu sehen ist. Seit Wochen durchforsten Karin Sevriens und ihre Tochter Lesley den Nachlass des Ehemanns und Vaters, wägen ab, vergleichen, verwerfen. Der Raum in der Galerie ist begrenzt, eine Auswahl aus dem umfangreichen Sevriens-Œuvre war unumgänglich, schildert Karin Sevriens das Prozedere.
Entschieden haben sich die beiden Kuratorinnen inzwischen für 21 Objekte, dazu sechs Editionen wie das Zigarrenkisten-Memory, den Erotic-Art-Kalender, Berliner Luft in Dosen oder eben das Hundertwasser-Gedicht auf Weinflaschen in einer Fischerman‘s-Friend-Blechbox. Ergebnis einer Idee, die Peter Sevriens Ende der 1980-erJahre hatte und umsetzte. Er entwickelte mit Rheinwasser Filme, um zu zeigen, wie belastet der Fluss mit Chemikalien war. Die Aktion sorgte für Schlagzeilen.
Künstlerischer Austausch
Dass er 1987 auch 100 kleine Apotheker-Flaschen mit Rheinwasser an Friedensreich Hundertwasser schickte, ist weniger bekannt. Der Wiener fand die Idee des weitgehend unbekannten Meinerzhageners so interessant, dass er darauf einstieg – mit einem Wasser-Gedicht, das Sevriens auf die Flaschen kleben sollte. Ein Ergebnis: die Edition mit den Weinflaschen in der Fischermann-Box, deren Name für hartes Leben, raue See und Frische steht. Frisch wie die Ideen der Objekt-Künstler.
Zustande kam der Kontakt zur Galerie über Lesley Sevriens, die in Hamburg wohnt. Sie hatte Objekte ihres Vaters mitgenommen und den „Machern“ der Galerie gezeigt, die „im Rahmen wechselnder Ausstellungen: Streetart, Aquarell, Ölmalerei, Installationen, Lesungen, Musik, Jamsessions Fotografie bis hin zu bizarrer Schaufensterkunst“ präsentieren. Sevriens Arbeiten weckten das Interesse der Hamburger. An den drei Tagen im Oktober, davon zwei Abende mit Musik, können sich die Hanseaten Objektkunst aus dem Sauerland ansehen – und kaufen.
Fürs nächste Frühjahr planen Karin und Lesley Sevriens bereits eine Haus-Ausstellung im Valberter Bahnhof. An Objekten, die zeigen, wie vielfältig und ideenreich Peter Sevriens unterwegs war, mangelt es nicht. Allenfalls die Auswahl fällt schwer.
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