Der siebte Fuchs in neun Jahren: Am Karsamstag, 4. April, findet zum siebten Mal das größte Osterfeuer im Märkischen Kreis, "Burn the Fox", statt. Wie der Bau des berühmten Fuchskopfes abläuft und was hinter der Geschichte des traditionellen Symbols des Osterfeuers steckt, verriet Tischlermeister Dennis Lewandowski, der für den Bau des Fuchskopfes zuständig ist, im Gespräch mit LokalDirekt.
Knapp zehn Meter misst der Fuchskörper, davon allein ungefähr viereinhalb Meter der Kopf. Von unten bis oben brennt das Holztier jedes Jahr mit einem individuellen Design, einer Menge Pyrotechnik und mit einem feierlichen Programm vor den Augen tausender Besucher ab. Hinter dem Bau des Tieres steckt allerdings nicht nur eine Menge Arbeit, sondern vor allem eine ganz besondere Geschichte.
"Burn the Fox": Jedes Jahr eine neue Überraschung
2018 fand das Osterfeuer das erste Mal statt. Seitdem begeistert es, bis auf zwei Corona bedingte Ausfälle, jedes Jahr die Besucher. Dabei sieht der Kopf des Fuchses immer anders aus und auch das Programm vor dem offiziellen Anzünden ändert sich alle drei Jahre. So trug der Fuchs im vorletzten Jahr zum Beispiel eine Schleife, passend zum Thema Zirkus. Im vergangenen Jahr zierte eine Träne sein Gesicht. Bei der diesjährigen Auflage bekomme er wieder einen ganz neuen Look, verrät Dennis Lewandowski: "Er auch nochmal besonders schön."
Die Ideen zu den verschiedenen Themen und Designs kommen vom veranstaltenden Verein "Willi & Söhne". Vereinsintern werden verschiedene kreative Vorschläge ausgetauscht, ehe Lewandowski den Auftag bekommt. Choreografie und Planung des Feuershowprogramms stammen vom "Clowns and Company"-Vorsitzenden Frank Kaiser. "Die sind dort immer super kreativ", berichtet Lewandowski.
Von "Burning Man" zu "Burn the Fox"
Zu früheren Zeiten gab es in Lüdenscheid und der Umgebung viele große Osterfeuer, die mit der Zeit allerdings immer weniger wurden. Hintergedanke des "Willi und Söhne"-Vereins war es, mit "Burn the Fox" wieder ein großes Osterfeuer zu schaffen, das die Stadt zusammenbringt. Geplant war das Projekt ursprünglich bis zur Wiedereröffnung der Rahmede-Talbrücke, der Verein entschied sich allerdings zum Erhalt des Osterfeuers. "Wir machen trotzdem weiter, weil das Event für die Stadt einfach super gut ist", betont "Willi & Söhne"-Gründungsmitglied Lewandowski.
Inspiriert vom neuntägigen „Burning Man“-Festival in der Wüste Nevadas in den Vereinigten Staaten von Amerika entstand die Idee zum "Burn the Fox"-Osterfeuer. Beim Festival in den USA werden zu verschiedenen Themen große Wagen gebaut, die im Anschluss abgebrannt werden. Auf den Fuchs als brennende Statue kam das "Willi & Söhne"-Team, um den Osterhasen zu schützen: "Der Fuchs gilt als natürlicher Feind des (Oster-)Hasen", erklärt Lewandowski
Holzplatte für Holzplatte: Der Weg zum Fuchskopf
Den Bau des Körpers übernimmt "Willi & Söhne"-Mitglied Thomas Borau gemeinsam mit Helfern. Der besondere Part des Osterfeuersymbols, der Fuchskopf, wird von Tischlermeister Dennis Lewandowski und seinem Team in diesem Jahr bereits zum siebten Mal gebaut. Für den Kern des Kopfes kommen Fichtenlatten aus dem Borkenkäferbestand zum Einsatz, auf diese werden für die finale Form von außen Sperrholzplatten befestigt.
Gestartet wird mit dem Grundgerüst des "Schädelinnenlebens". Wenn dieses steht, werden einzelne Holzschindeln aus Schablonen ausgeschnitten, in Form gebracht und an der entsprechenden Stelle des Kopfes befestigt. "Das ist nicht immer so zu sehen, aber das ist ein riesen Gestück", berichtet Lewandowski. Die Augen sowie die Nasenspitze bleiben dabei für die Pyrotechnik am Karsamstag offen.
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Aufbau in 30 Meter Höhe
Der Kopf wird allerdings, um ihn vor Regen zu schützen und die bestmöglichsten Flammen zu erzielen, erst am Karsamstag auf den Körper gesetzt. In zwei Teile geschnitten wird dieser um acht Uhr morgens auf einem Anhänger zum Veranstaltungsplatz am Bahnhof transportiert, dort dann mit einem Kran hochgehoben und auf dem Fuchskörper platziert, sodass er gegen 11.30 Uhr bereit für seinen Auftritt am Abend ist.
Ein Highlight für Tischlermeister Lewandowski: "Der beste Moment ist immer, wenn ich in knapp 30 Meter Höhe in dem schwebenden Kopf sitze und dieser dann auf den restlichen Teil des Fuchses gesetzt wird. Das ist ein ganz besonderes Gefühl, von dort oben in den Fuchskörper gucken zu können."
Ab 16.30 Uhr geht das Programm am Karsamstag, 4. April, auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Bahnhofsallee los. Ein kleines Feuer für Kinder, die darüber Stockbrot backen können, wird im Nachmittagsverlauf entzündet. Zahlreiche Vereine wirken am Rahmenprogramm mit und sorgen für Verpflegung.
Um 20.20 Uhr hat der Fuchs dann seinen Auftritt und gleichzeitig Abschied. Nachdem er abgebrannt ist, gibt es eine After-Show-Party mit DJ. Der Eintritt zum Gelände ist — wie jedes Jahr — frei.









