Mit der Grundsteinlegung hat am Donnerstag (16. Juli) offiziell der Hochbau für die neue Feuer- und Rettungswache an der Wiesenstraße begonnen. Das 69,1 Millionen Euro teure Großprojekt soll im ersten Quartal 2028 fertiggestellt werden.
Vor zahlreichen Vertretern aus Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft bezeichnete Jörg Weber, Abteilungsleiter der Feuer- und Rettungswache, den Tag als Beginn eines neuen Kapitels für die Feuerwehr Lüdenscheid. „Der Grundstein, den wir gleich legen werden, steht sinnbildlich für Verlässlichkeit, Zusammenhalt und Zukunft für die gesamte Feuerwehr Lüdenscheid und die Sicherheit der Stadt“, sagte Jörg Weber. Für die Angehörigen der Wehr und des Rettungsdienstes werde die neue Feuer- und Rettungswache mehr sein als ein modernes Gebäude. „Sie verbringen hier einen großen Teil ihres Lebens Somit wird es für sie zu einem zweiten Zuhause.“
Jörg Weber wünschte allen am Bau Beteiligten einen sicheren und unfallfreien Bauverlauf sowie einen planmäßigen Fortschritt. Besonderen Dank richtete er an die Feuerwehrangehörigen, die ihre Erfahrungen aus dem Einsatzdienst in die Planung eingebracht hätten. Dadurch entstehe eine Wache, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Einsatzkräfte orientiere.
Bürgermeister Sebastian Wagemeyer ordnete die Grundsteinlegung in die aktuellen Entwicklungen der Stadt ein. „In dieser Woche dreht sich in unserer Stadt ganz viel um Immobilien. Und wo an anderer Stelle noch geplant und verhandelt wird, stehen wir jetzt an der Wiesenstraße, um mal ganz konkret den Grundstein für unsere neue Feuer- und Rettungswache zu setzen“, sagte er. Auch die Neubauten der Feuerwehrgerätehäuser im Stadtgebiet seien auf einem guten Weg. Ausdrücklich dankte er den Architektinnen Myriam Hein und Wibke Fischer von der städtischen Stabsstelle Strategische Hochbauprojekte. Zudem nannte er zwei Zahlen, die die Bedeutung einer modernen Feuer- und Rettungswache unterstreichen: Im vergangenen Jahr gab es in Lüdenscheid mehr als 1200 Feuerwehreinsätze und mehr als 12.000 Einsätze der Rettungswache gefahren.
Erster Spatenstich am 19. Juni 2024
Der erste Spatenstich für die neue Feuer- und Rettungswache erfolgte am 19. Juni 2024. Zur Modellierung des Geländes mussten zunächst mussten rund 60.000 Kubikmeter Erde und Fels bewegt werden. Ab August 2025 wurden 200 Betonpfähle zur Gründung des Gebäudes in den Boden getrieben. Im März dieses Jahres begann der Hochbau. Fast alle Bodenplatten sind gegossen. Zurzeit werden die ersten Wände des Erdgeschosses hochgezogen.
Bürgermeister Sebastian Wagemeyer wies in seiner Ansprache auch auf die Nachhatigkeit des Gebäudes hin. Die Beheizung und Warmwasseraufbereitung erfolgt über Wärmepumpen. Auf den Flachdächern werden rund 375 Quadratmeter Photovoltaikplatten angebracht. Die Fassaden- und Dachbegrünung wird über einen Regenwasserspeicher mit 50.000 Litern Fassungsvermögen bewässert. Zusätzlich zu den intensiv begrünten Dachflächen über dem Parkdeck und der Dachterrasse über der Fahrzeughalle des Rettungsdienstes sind alle Dachflächen begrünt.
Verkehrsgünstige Lage
Das 22.500 Quadratmeter große Gelände an der Wiesenstraße entspricht den Vorgaben des Brandschutzbedarfsplan. Danach muss der Standort in der Innenstadt liegen und über eine verkehrsgünstige Lage sowie über eine ausreichende Grundstücksgröße verfügen.
Am neuen Standort werden 189 hauptamtlich Beschäftigte und 29 Auszubildende arbeiten. Weiterhin bietet das Gelände Platz für 40 Einsatzfahrzeuge. Neben den Räumlichkeiten für die Einsatzkräfte und die Stellplätze verfügt der neue Komplex über diverse Werkstätten, Räume für Verwaltung und die Kinder- und Jugendfeuerwehr. Zur weiteren Ausstattung zählen zwei Aufzüge, drei Sprungschachtanlagen und eine Mehrzweckhalle.
Plötzlich heftiger Wetterumschwung
Die symbolische Grundsteinlegung wurde von einem heftigen Wetterumschwung begleitet. Kräftige Windböen fegten über das Gelände. Es folgte ein Wolkenbruch. Der symbolische Akt ging dennoch unfallfrei über die Bühne. Dabei wurde eine Zeitkapsel eingemauert. Sie enthält eine Tageszeitung vom 16. Juli 2026, Grundrisse aller Geschosse im DIN A3-Format, Siku-Feuerwehr- und Rettungswagen, einen Satz Euro-Münzen und eine Medaille mit dem Lüdenscheider Stadtwappen. Sie trägt die Prägung: „Dank und Anerkennung“.








