Rhabarber hat gerade Hochsaison — und in diesem Jahr können die nordrhein-westfälischen Landwirtinnen und Landwirte laut Landwirtschaftskammer NRW eine gute Ernte erwarten. Passend dazu hat LokalDirekt einen Rezept-Tipp für ein einfaches, aber dennoch knusprig-leckeres Ofendessert.

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Günstige Wetterbedingungen

Botanisch zählt Rhabarber zu den Knöterichgewächsen. Ursprünglich wuchs die Pflanze wild und diente über viele Jahrhunderte hinweg vor allem als Heilmittel. Erst im 18. Jahrhundert fand sie ihren Weg in die Küche und etablierte sich als vielseitiges Lebensmittel.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW haben insbesondere die Witterungsbedingungen im vergangenen Herbst und Winter die Entwicklung der Pflanzen begünstigt. Ausreichende Niederschläge sorgten für eine gute Wasserversorgung, während die winterlichen Temperaturen den notwendigen Kältereiz lieferten.

Für eine anhaltend hohe Qualität der Ernte spielen auch die kommenden Wochen eine wichtige Rolle: Damit die Rhabarberstangen über die gesamte Saison gut wachsen, sind weiterhin warme Tage, kühle Nächte und ausreichend Regen Voraussetzung.

Anbau und Vermarktung in der Region

Im vergangenen Jahr bauten landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen das beliebte Stangengemüse, das meist wie Obst zu Marmelade oder Kompott verarbeitet wird, auf rund 650 Hektar an. Zahlreiche Höfe vermarkten die frischen, meist leuchtend roten Stangen direkt über Hofläden. Regionale Anbieter lassen sich über Online-Plattformen wie landservice.de finden, die eine gezielte Suche nach lokalen Produkten ermöglichen.

Mild, herb oder besonders säuerlich

Die Farbe der Stangen verrät dabei viel über den Geschmack. Grünstielige Sorten mit grünem Fruchtfleisch schmecken besonders sauer und eignen sich vor allem für Marmeladen oder Kompott. Rotstielige Stangen mit grünem Inneren sind milder und leicht herb, weshalb sie häufig für Kuchen oder herzhafte Gerichte verwendet werden. Als besonders mild gilt rotstieliger Rhabarber, dessen rotes Fruchtfleisch ein feines Himbeeraroma besitzen und sich daher gut für Grütze oder Obstsalat eignen. Helle, zarte Stangen mit rosafarbenem Inneren zeichnen sich durch einen ausgewogen mild-säuerlichen Geschmack aus.

Nährstoffe und Lagerung

Rhabarber enthält nur wenige Kalorien, liefert aber Vitamin C, Vitamin A und wichtige Mineralsalze. Wegen der enthaltenen Oxalsäure sollte das Gemüse jedoch nicht täglich in großen Mengen verzehrt werden. Zudem empfiehlt es sich, die Stangen erst nach dem Kochen zu süßen — so lässt sich der Zuckereinsatz reduzieren.

Frisch geernteter Rhabarber hält sich mehrere Tage, wenn er in ein feuchtes Tuch eingeschlagen wird. Für eine längere Lagerung können die Stangen auch eingefroren werden: Tiefgekühlt bleibt das Gemüse bis zu einem Jahr haltbar.

Rezept-Tipp für Rhabarber-Crumble:

Einfaches Ofendessert mit knuspriger Kruste

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist: Ein Rhabarber-Crumble benötigt nur wenige Zutaten und ist fix zubereitet.

Zutaten (für 4–6 Portionen):

Für die Fruchtfüllung

  • 600 g Rhabarber
  • 80–120 g Zucker (je nach gewünschter Süße)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 EL Stärke oder Mehl
  • optional: Erdbeeren, etwas Zimt oder Ingwer

Für die Streusel

  • 120 g Mehl
  • 80 g kalte Butter
  • 70 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • optional: Haferflocken oder gehackte Mandeln
Rhabarber-Crumble schmeckt am besten lauwarm — und ist auch mit einer Kugel Vanilleeis ein Genuss.
Foto: Symbolbild | Envato Elements

Zubereitung:

Zuerst den Rhabarber waschen, putzen, die Enden abschneiden und bei Bedarf die Fäden abziehen. Anschließend in kleine Stücke schneiden. Rhabarber mit Zucker, Vanillezucker und etwas Stärke in einer Schüssel vermengen, sodass er leicht gebunden ist, und alles in eine Auflaufform geben.

Für die Streusel Mehl, Zucker und eine Prise Salz in einer Schüssel vermischen. Die kalte Butter in kleinen Stücken dazugeben und mit den Händen so lange verkneten, bis grobe, krümelige Streusel entstehen. Optional können Haferflocken oder gehackte Mandeln für mehr Biss untergemischt werden. Die Streusel gleichmäßig über den Rhabarber verteilen.

Den Crumble im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 30–35 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und der Rhabarber darunter leicht blubbert.

Abschließend kurz abkühlen lassen und am besten noch warm servieren.