Die erste Hitzewelle des Jahres ist vorbei, die nächste kündigt sich laut Wetterprognose bereits an. Die UWG Schalksmühle sieht insbesondere im Ortskern Handlungsbedarf und hat ein Hitzeschutzkonzept beantragt. LokalDirekt hat sich bei einem Ortstermin am Donnerstag, 2. Juli, mit der Fraktionsspitze die Standorte angesehen, an denen sich aus Sicht der UWG etwas ändern soll.

Der Rundgang begann auf dem Rathausplatz. Die Hitzewelle der vergangenen Woche, so erklärte der Fraktionsvorsitzende Klaus Nelius, habe gezeigt, dass der Klimawandel nicht zu leugnen und im vollen Gange sei. Der Rathausplatz biete aus Sicht der UWG der Bevölkerung kaum Schutz, vielmehr würde sich bei heißen Temperaturen der Steinplatz zu einer Art "Backblech" unter den Füßen entwickeln.

Ein Baum für den Platz an der Bahnhofstraße

Weiter ging es auf den Platz gegenüber des Hotels "Zur Post". Wenn es nach der UWG geht, soll hier schon bald ein großer Baum stehen. "Dieser würde nicht nur Schatten spenden, sondern auch die Aufenthaltsqualität auf dem Platz erhöhen", betonte Roman Bossart. Denkbar sei für ihn dort beispielsweise eine Kastanie, die genauen Details müsse man aber beizeiten mit Fachleuten besprechen.

Nach Angaben von Klaus Nelius soll geprüft werden, ob für einzelne Maßnahmen Fördermittel aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität in Anspruch genommen werden können.

Die UWG möchte auf dem Platz an der Bahnhofstraße einen großen Baum pflanzen lassen.

"Wir müssen die Kleinsten schützen"

Der Rundgang endete schließlich im Volmepark. Das größte Manko sieht Klaus Nelius hier in der Tatsache, dass sich nahezu alle Flächen und Spielgeräte in der prallen Sonne befinden. Deshalb wünscht die UWG sich für den Volmepark einklappbare Sonnensegel mit UV-Schutz. "Wir müssen die Kleinsten schützen", betonte Nelius. Auch die Installation von Trinkbrunnen halte er hier für sinnvoll.

Die UWG wünscht sich Sonnensegel und Trinkbrunnen für den Volmepark.

"Es ist nie zu spät, seine Meinung zu ändern"

Das Thema Hitzeschutz beschäftigt nicht nur die UWG. Bereits Anfang des Jahres beantragte die SPD Trinkbrunnen für den Rathausplatz, Unterstützung fanden sie bei den Grünen. Gegenstimmen hingegen erhielten sie unter anderem auch aus der UWG. Woher also der Richtungswechsel? "Es ist nie zu spät, seine Meinung zu ändern", erklärt Roman Bossart. "Natürlich müssen in dem Punkt praktikable Lösungen gefunden werden, besonders mit Blick auf die Hygienevorschriften, aber wir stehen der Installation solcher Brunnen mittlerweile offen gegenüber."

"Es gab damals zu viele Argumente dagegen, allein die Kostenfrage hat jede gute Diskussion erschlagen", ergänzt Klaus Nelius. Jetzt sei jedoch seines Erachtens der richtige Zeitpunkt, die SPD in der Angelegenheit mit ins Boot zu holen.

"Es ist immer schön, wenn Mehrheiten zustande kommen"

Das Thema Hitzeschutz findet offenbar auch über Fraktionsgrenzen hinweg Unterstützung. Im Hauptausschuss sprach sich Jochen Bernsdorf (Bündnis 90/Die Grünen) grundsätzlich für den Antrag der UWG aus und regte an, einzelne Maßnahmen möglichst zeitnah umzusetzen. Roman Bossart begrüßt die Zustimmung: „Es ist immer schön, wenn Mehrheiten zustande kommen.“

"Wir müssen den Auswirkungen des Klimawandels entgegensteuern"

"Wir müssen jederzeit mit weiteren und massiveren Hitzewellen rechnen. Daher erschien uns der Zeitpunkt jetzt genau richtig, um den Antrag zu stellen", erklärt Klaus Nelius. "Und wir hoffen, damit auf offene Ohren zu stoßen", ergänzt Roman Bossart.

Außerdem, so Nelius weiter, hoffe man auf Fördermittel aus dem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen. "Sollten diese nicht bewilligt werden oder nicht ausreichen, könnten wir uns alternativ vorstellen, nach Sponsoren zu suchen, zum Beispiel Unternehmer oder engagierte Bürger aus der Gemeinde", erklärt Roman Bossart.

Der Antrag der UWG steht am kommenden Montag erstmals auf der Tagesordnung des Rates. Anschließend soll er voraussichtlich zur weiteren Beratung in die zuständigen Fachausschüsse verwiesen werden.

Klaus Nelius (l.) und Roman Bossart (UWG) haben ein Hitzeschutzkonzept beantragt.
Foto: Herold