Nach jahrelanger Bühnenpause ist Schmölen Jochen zurück – und das vor ausverkauftem Haus. In der ehemaligen Gaststätte Brücher in Eiringhausen präsentierte der Neuenrader Comedian am Freitagabend, 12. Juni, sein neues Programm „Jetzt mach mal hinne!“ und sorgte dabei fast zwei Stunden lang für beste Unterhaltung.

Bis vor rund 15 Jahren trat Schmölen Jochen regelmäßig im Weidenhof-Bistro auf. Krankheitsbedingt hängte er seinen Pullunder jedoch an den Nagel. Im vergangenen Februar meldete er sich in seiner Heimatstadt Neuenrade zurück. „Ich ledere wieder los“, kündigte Ludger Heitmann, der Mann hinter der Kunstfigur Schmölen Jochen, an. Nun stand er erstmals auch wieder in Plettenberg auf der Bühne.

Detlef Krüger (rechts) begrüßte die Besucher auf der „richtigen Seite der Lenne“.
Foto: Hans-Jörg Dietz/LokalDirekt

Mit der „Außenstelle“ des Heimatkreises Plettenberg in Eiringhausen hatten die Veranstalter den passenden Rahmen für den Abend gefunden. Der zweite Vorsitzende des Heimatkreises, Detlef Krüger, begrüßte die Besucher auf der „richtigen Seite der Lenne“. Ziel sei es, den Ortsteil Eiringhausen mit Veranstaltungen stärker zu beleben. Geplant sind weitere Kleinkunstabende mit heimischen Künstlern, möglicherweise kombiniert mit Sauerländer Kulinarik. Auch Musikveranstaltungen für ein jüngeres Publikum sind vorgesehen.

Die Gäste blickten gespannt auf den ursprünglich für den 9. Mai geplanten und später verschobenen Auftritt. Sie wurden nicht enttäuscht. Seitenhiebe auf sämtliche Gesellschaftsschichten, Geschichten über Ehefrau „Schatzi“ und den Sohn, Erinnerungen an Schul- und Erziehungsfragen sowie kurze politische Exkurse wechselten sich ab. Auch die Evolutionsgeschichte, eine eigene Interpretation des „Erlkönigs“, missglückte Flirtversuche aus der Jugend und schwarzer Humor – gelegentlich auch unter der Gürtellinie – gehörten zum Programm.

Nach der Pause zeigte sich der Comedian erfreut darüber, dass noch kein Gast den Saal verlassen hatte, und legte direkt nach. Ob Kommunikation in WhatsApp-Gruppen, Erfahrungen rund um eine Darmspiegelung oder der Besuch von Zeugen Jehovas an der Wohnungstür – die Pointen trafen den Geschmack des überwiegend älteren Publikums.

Für zusätzliche Lacher sorgte ein lyrisches Intermezzo in der Rolle von Piet Klocke, den Heitmann gekonnt imitierte. Mit Geschichten aus dem Berufsleben und augenzwinkernden Tipps fürs Leben steuerte der Abend schließlich auf sein Ende zu.

Natürlich ließ das Publikum den Neuenrader nicht ohne Zugabe von der Bühne. Erst danach durfte Schmölen Jochen seinen wohlverdienten Feierabend antreten – vermutlich nicht ohne ein kühles Bier.