Der Märkische Kreis treibt ein neues Projekt voran, um die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Krisensituationen besser nutzen zu können. Unter dem Titel „Spontanhelfer“ entwickelt die Kreisverwaltung derzeit ein Konzept, das Bürgerinnen und Bürger künftig gezielt in Notlagen einbinden soll.
App soll Einsatz koordinieren
Ausgangspunkt sind Erfahrungen aus vergangenen Ereignissen wie dem Starkregen „Bernd“ im Juli 2021, der auch im Kreisgebiet schwere Schäden verursachte. Auch großflächige Stromausfälle hätten gezeigt, wie schnell außergewöhnliche Lagen entstehen und kritische Einrichtungen unter Druck geraten, erklärt die Kreisverwaltung.
Langfristig plane der Kreis eine digitale Plattform: Über eine App sollen sich Interessierte registrieren und ihre Fähigkeiten angeben können. Im Ernstfall könnten Einsatzkräfte dann gezielt auf passende Helfer zurückgreifen. Ziel bleibt eine strukturierte und sichere Einbindung der Bevölkerung.
„Aktuell befindet sich das Projekt ‚Spontanhelfer‘ noch in einer Erprobungsphase. Eine Registrierung als Helferin oder Helfer ist deshalb derzeit noch nicht möglich“, betont die Kreisverwaltung.
Vorbereitung statt spontaner Einsatz
Im Rahmen des Pilotprojektes erprobt der Märkische Kreis zunächst, wie Menschen, die keiner Feuerwehr oder Hilfsorganisation angehören, im Krisenfall dennoch gezielt unterstützen können. „Viele Bürger möchten helfen, wenn ihre Nachbarschaft, ihre Stadt oder ihre Region betroffen ist“, so die Verwaltung. Genau hier setze das Projekt an: „Interessierte sollen künftig bereits vor einer Krise informiert, vorbereitet und qualifiziert werden. Im Ernstfall könnten sie dann gezielt angesprochen werden.“
Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, professionelle Einsatzkräfte zu ersetzen. „Feuerwehr, Hilfsorganisationen und andere bleiben die tragenden Säulen des Bevölkerungsschutzes“, betont der Kreis. Ziel sei vielmehr, diese Kräfte durch vorbereitete und koordinierte Unterstützung aus der Bevölkerung zu entlasten und die vorhandene Hilfsbereitschaft sinnvoll zu nutzen.
Strukturen werden aufgebaut
Zunächst entwickelt die Kreisverwaltung die nötigen Abläufe, Schulungsangebote und organisatorische Grundlagen: „Unser Ziel ist es, von Anfang an ein System zu schaffen, das sicher funktioniert und sich nahtlos in die bestehenden Strukturen des Bevölkerungsschutzes einfügt.“ Darüber hinaus sollen künftig niedrigschwellige Informationsangebote in der App zur Verfügung stehen, die Interessierte flexibel und bedarfsgerecht nutzen können.
Kreisbrandmeister Michael Kling unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens: „Eine widerstandsfähige Gesellschaft lebt nicht nur von professionellen Einsatzkräften, sondern auch von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.“
Ergebnisse zum Jahresende erwartet
Die Erprobungsphase soll voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der Märkische Kreis kündigt an, danach ein für alle Beteiligten tragfähiges Konzept vorzustellen.












