Wie Künstliche Intelligenz industrielle Fertigung verändern kann, zeigte jetzt das Unternehmen Prinz Verbindungselemente GmbH in Plettenberg. Landrat Ralf Schwarzkopf besuchte gemeinsam mit der agentur mark den traditionsreichen Betrieb und erhielt Einblicke in konkrete Anwendungen von Digitalisierung und KI direkt in der laufenden Produktion.

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Im Mittelpunkt standen moderne Prozesse in der Kaltumformung und Serienfertigung. Dort unterstützt Künstliche Intelligenz heute dabei, Abläufe effizienter zu steuern, Ressourcen zu sparen und Mitarbeiter zu entlasten.

Das Unternehmen Prinz gehört zu den traditionsreichsten Industriebetrieben der Region. Gegründet wurde der Betrieb bereits 1875. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 170 Mitarbeiter sowie zehn Auszubildende. Der Jahresumsatz liegt bei rund 31,5 Millionen Euro.

Im Jahr 2025 produzierte Prinz rund 120 Millionen Umformteile aus etwa 7000 Tonnen Draht. Die gefertigten Bauteile kommen unter anderem in der Automobilindustrie, im Werkzeugbau, in der Zweiradbranche sowie bei Haushaltsgeräten zum Einsatz. Rund die Hälfte der Produkte geht in den Export – unter anderem in die USA, nach Mexiko und nach Asien.

Beim Rundgang durch die Produktion erklärte Fertigungsleiter Burkard Götz die komplexen Umformprozesse mit einem einfachen Vergleich: Die Verarbeitung des Materials lasse sich mit einem Pizzateig vergleichen, der unter Druck und Bewegung stabil bleiben müsse, ohne zu reißen oder seine Eigenschaften zu verlieren. Genau diese Präzision sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

„In der Digitalisierung sehen wir große Chancen“, betonte Geschäftsführer Stephan Schwarz. „Gerade in der Produktion helfen uns datenbasierte Systeme und Künstliche Intelligenz, Prozesse stabiler, schneller und zugleich ressourcenschonender zu machen.“

Zusammenarbeit mit der agentur mark

Die agentur mark unterstützt Prinz seit mehreren Jahren. Die regionale Gesellschaft begleitet Unternehmen unter anderem bei Digitalisierung, Fachkräftesicherung und Unternehmensentwicklung. Geschäftsführerin Kirsten Kling machte deutlich, worauf es bei KI-Projekten besonders ankommt: „Spannend ist vor allem zu sehen, wie KI im Alltag tatsächlich wirkt. Entscheidend ist nicht die Idee allein, sondern die Umsetzung im Betrieb.“

Prinz arbeitet seit 2020 mit der agentur mark zusammen und nahm unter anderem an den Programmen „Digital Scouts“ und „KI Guides“ teil. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Digitalisierung und KI eigenständig weiterzuentwickeln. Ein konkretes Beispiel aus dem Betriebsalltag zeigt, wie weit die Entwicklung bereits fortgeschritten ist: Die klassische Papierdokumentation wurde vollständig durch digitale Schichtprotokolle ersetzt. Das Unternehmen erfasst und wertet Prozessdaten inzwischen systematisch aus.

KI unterstützt zudem dabei, bereits in der Planung Entscheidungen über die Gradheit von Werkzeug-Rohlingen zu treffen. Dadurch können Richtprozesse gezielt eingesetzt oder teilweise vermieden werden. Das soll Abläufe verschlanken und Beschäftigte von administrativen Aufgaben entlasten. Die KI-Anwendungen sind dabei direkt in die laufenden Produktionsprozesse eingebunden und mit dem unternehmenseigenen Business-Intelligence-System verknüpft.

Landrat Ralf Schwarzkopf zeigte sich beeindruckt von der praktischen Umsetzung: „Hier sieht man sehr deutlich, dass Digitalisierung und Künstliche Intelligenz keine abstrakten Zukunftsthemen sind. Sie werden im Märkischen Kreis bereits ganz konkret eingesetzt, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Arbeitsplätze zu stärken.“