Die Stadt Lüdenscheid stellt sich auf einen ungewöhnlich starken Einschulungsjahrgang ein: Für das Schuljahr 2026/27 wird stadtweit eine erhöhte Nachfrage an Grundschulplätzen erwartet. Besonders im Innenstadtbereich wächst damit der organisatorische Druck, eine dritte Eingangsklasse zu bilden, um allen Kindern einen Platz zu sichern.

Hintergrund ist die aktuell größere Anzahl der einzuschulenden Kinder. Um die Vorgaben des Schulgesetzes Nordrhein-Westfalen einzuhalten und eine ordnungsgemäße Klassenbildung zu gewährleisten, sieht sich die Stadt zu Anpassungen gezwungen. Konkret bedeutet das: Die Grundschule Lösenbach soll vorübergehend mehr Klassen bilden als ursprünglich geplant. „Das trifft für das kommende Schuljahr und voraussichtlich auch für das Schuljahr 2027/28 zu“, sagte Matthias Reuver, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport, in der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag. 17. März. „Danach gehen die Zahlen deutlich runter.“

Die Schule befindet sich derzeit noch im Ausweichquartier an der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule an der Kaiserallee. Dieser Standort hat jedoch einen entscheidenden Vorteil – ausreichend Platz, zumal die Volkshochschule inzwischen von der Kaiserallee an ihren neuen Standort an der Altenaer Straße umgezogen ist. Daher plant die Stadt, die Grundschule Lösenbach im kommenden Schuljahr dreizügig statt wie vorgesehen zweizügig zu führen.

Zusätzliche bauliche Maßnahmen sind nicht erforderlich

Die organisatorischen Voraussetzungen dafür sind bereits gegeben. Es stehen genügend Klassenräume zur Verfügung, auch die notwendige Ausstattung kann aus vorhandenen Beständen gedeckt werden. Zusätzliche bauliche Maßnahmen sind nicht erforderlich. Aus Sicht der Verwaltung handelt es sich somit um eine pragmatische und wirtschaftlich sinnvolle Lösung, um auf die gestiegenen Schülerzahlen zu reagieren.

Die Pläne wurden zudem mit der Schulaufsicht des Märkischen Kreises abgestimmt. Die Umsetzung ist zunächst auf das Schuljahr 2026/27 begrenzt.

Dritte Eingangsklasse auch für die Otfried-Preußler-Schule

Ein Blick auf die Gesamtsituation zeigt: Die Grundschule Lösenbach ist nicht die einzige Schule, die auf die steigenden Zahlen reagiert. Auch die Otfried-Preußler-Schule wird im kommenden Schuljahr dreizügig geführt. Grundsätzlich sind die Lüdenscheider Grundschulen jedoch weiterhin zweizügig organisiert.

Die Frage von Peter Oettinghaus (AfD), ob sich die Stadt nicht angesichts des Krieges im Nahen Osten auf mehr Flüchtlinge und damit auch auf mehr Kinder einstellen müsse, wies Matthias Reuver als Spekulation zurück. „Wir verlassen uns bei unseren Planungen auf die Prognosen des Schulministeriums“, sagte er.