Von 1,70 Euro auf 7,20 Euro innerhalb von zwei Jahren: Die deutliche Preissteigerung bei den Müllsäcken sorgte in der Volmegemeinde für Unmut. Künftig sollen solche Sprünge vermieden werden. Der Hauptausschuss sprach sich am Montag, 28. September, mehrheitlich dafür aus, die Gebühren über einen Zeitraum von drei Jahren zu kalkulieren.

Der entsprechende Antrag kam von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Statt die Kosten jährlich neu zu berechnen, soll künftig ein dreijähriger Kalkulationszeitraum zugrunde gelegt werden. Für die Jahre 2027 bis 2029 ergibt sich damit nach Berechnungen der Verwaltung ein Preis von sechs Euro pro Müllsack.

Preise schwanken deutlich

Warum die Änderung aus Sicht der Verwaltung für mehr Stabilität sorgen kann, erläuterte Kämmerer Jonas Drouvé. Bei einer jährlichen Kalkulation schlage jede Veränderung der verkauften Menge unmittelbar auf den Preis durch. In den vergangenen Jahren habe dieser deshalb zwischen 1,70 und mehr als sieben Euro gelegen.

Das nordrhein-westfälische Gebührenrecht erlaubt einen Kalkulationszeitraum von bis zu drei Jahren. Je länger der Zeitraum, desto stärker könnten Schwankungen ausgeglichen werden, erklärte Drouvé. Dass eine jährliche Kalkulation zwangsläufig genauer sei, könne er nicht bestätigen.

Ohnehin handele es sich bei den Müllsäcken lediglich um ein Zusatzangebot für Haushalte, bei denen zeitweise mehr Restmüll anfällt, als über die vorhandene Tonne entsorgt werden kann. Im gesamten Gebührenhaushalt habe dieser Bereich daher nur ein geringes Gewicht.

FDP würde Müllsäcke lieber abschaffen

Nicht alle Ausschussmitglieder überzeugte die neue Regelung. Jan Schriever, Fraktionsvorsitzender der FDP, sprach sich gegen einen dreijährigen Kalkulationszeitraum aus. Er würde die Müllsäcke am liebsten ganz abschaffen. "Warum lässt man das Ganze nicht über die Mülltonne laufen, die man hat?", fragte er. Damit könne aus seiner Sicht zugleich bürokratischer Aufwand reduziert werden.

Jan Jellesma, Fraktionsvorsitzender der SPD, bezeichnete den Vorschlag dagegen als verbrauchergerechte Lösung. "Es geht darum, die Kosten über drei Jahre zu ermitteln."

Auch André Krause, Fraktionsvorsitzender der CDU, hinterfragte zunächst, warum ausgerechnet über drei Jahre kalkuliert werden solle. Drouvé verwies darauf, dass dies der gesetzlich maximal mögliche Zeitraum sei und längere Kalkulationszeiträume stärkere Schwankungen abfederten.

"Böse Mails" nach Preiserhöhung

Dass der bisherige Preissprung bei den Bürgern durchaus wahrgenommen wurde, bestätigte Bürgermeister Christian Breddermann. Der Preis war von 1,70 Euro im Jahr 2023 auf 7,20 Euro im Jahr 2025 gestiegen. Daraufhin habe die Verwaltung auch "böse Mails" erhalten.

Bei einigen Bürgern sei der Eindruck entstanden, die Gemeinde wolle über den höheren Preis ihren Haushalt sanieren. Mit der neuen Kalkulation sollen solche starken Schwankungen künftig vermieden werden.

Der Hauptausschuss stimmte dem Antrag schließlich mehrheitlich bei einer Gegenstimme zu. Für die Jahre 2027 bis 2029 soll der Müllsack damit jeweils sechs Euro kosten.