Die Kriminalität im Märkischen Kreis ist 2025 leicht gestiegen, die Region gilt aus Sicht der Polizei jedoch weiterhin als vergleichsweise sicher. Bei der Vorstellung der Statistik im Iserlohner Kreishaus zog die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis am Montag, 2. März, Bilanz: Insgesamt nahmen die Fallzahlen moderat zu, die Aufklärungsquote ging leicht auf 56,06 Prozent zurück, lag aber dennoch erneut über dem Landesschnitt.

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„Wir haben das Glück, in einer verhältnismäßig sicheren Region zu leben“, zog Kriminaldirektor Stefan Winkler, Leiter der Direktion Kriminalität (K) bei der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, anlässlich der Vorstellung der jüngsten Kriminalstatistik 2025 im Iserlohner Kreishaus eine erste Bilanz. Dessen Chef, Leitender Polizeidirektor Ralf Wagener, Abteilungsleiter und somit oberster Gesetzeshüter der Kreispolizeibehörde, ergänzte: „Die tatsächliche Sicherheit ist höher als die gefühlte.“

Sexualdelikte gestiegen

Dennoch notierten der oberste Polizist im Kreis und seine rund 750 Mitarbeitenden im vergangenen Jahr insgesamt 24.298 Straftaten. Das waren 441 mehr als noch ein Jahr zuvor. Erfreulich für die Gesetzeshüter: 56,06 Prozent aller Straftaten konnten aufgeklärt werden. Damit liegt die Behörde über dem Landesschnitt.

Um zwei gestiegen, und zwar auf 15, sind dieStraftaten gegen das Leben. 80 Prozent davon wurden aufgeklärt. Deutlich zugenommen haben die Sexualdelikte, nämlich um 75 (plus 10,81 Prozent) auf zusammen 769. Auffallend hierbei ist die Steigerung um 26,74 Prozent auf 109 beim sexuellen Missbrauch von Kindern. Die Aufklärungsquote ist bei den sexuell motivierten Straftaten mit bis zu 91,30 Prozent allerdings sehr hoch.

Die Steigerung könnte laut Ralf Wagener auch damit zu tun haben, dass — insbesondere nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle auf dem Campingplatz in Lügde — die Öffentlichkeit sensibilisiert worden sei.

Leitender Polizeidirektor Ralf Wagener (links) und KriminaldirektorStefan Winkler.
Foto: Hendrik Klein | LokalDirekt

Weniger Raubüberfälle

Deutliche Rückgänge notierte die Polizei bei den Raubdelikten. Deren Zahl sank um 149, die bei Raubüberfällen auf Straßen, Wegen und Plätzen sogar um 28,81Prozent. Rückläufig ist auch die Anzahl der Körperverletzungen. Dennoch wurden im vergangenen Jahr 3108 aktenkundig.

Deutlich mehr Diebstähle

Den größten Anteil an der Kriminalitätsstatistik hatten im vergangenen Jahr die Diebstähle. 7495 (plus 695 gegenüber dem Vorjahr) hat die Polizei aufgenommen — dazu zählen Taschendiebstähle ebenso wie Diebstähle aus Kraftfahrzeugen oder nach Wohnungseinbrüchen. Die Aufklärungsquote bei diesen Taten ist mit 30,85 Prozent eher gering.

Zur Polizeistatistik zählen auch noch 3033 Betrugsdelikte, 186 mal musste wegen Widerstand und tätlichen Angriffen gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt werden, es gab 2702 Sachbeschädigungen und 572 Rauschgiftdelikte. Dafür ging die Computerkriminalität um 26,79 Prozent auf 358 zurück.

Gesetzeshüter leisten gute Arbeit

Insgesamt attestierte der Leitende Polizeidirektor Ralf Wagner seinen Beamtinnen und Beamten eine gute Arbeit: „Da beziehe ich ausdrücklich auch Kolleginnen und Kollegen von anderen Polizeidienststellen ein, die uns bei speziellen Einsätzen unterstützt haben — wie wir sie auch im einen oder anderen Fall unterstützten.“ Kriminaldirektor Stefan Winkler fasste die aktuelle Statistik so zusammen: Fallzahlen leicht gestiegen, Aufklärungsquote gering gesunken, Betrugsfallzahlen gesunken, Fallzahlen bei Wohnungseinbrüchen und Diebstählen gestiegen, Fallzahlen Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen leicht gesunken.

Ziel der Polizei im Märkischen Kreis mit ihren zehn Polizeiwachen bleibe es, so der Leitende Polizeidirektor Ralf Wagener, nah bei den Menschen zu sein, aufzuklären und vor bestimmten Maschen der Straftäter rechtzeitig zu warnen.

Die gesamte Statistik der einzelnen Kommunen des Märkischen Kreises gibt's hier.