Die Sportlerehrung des Märkischen Kreises hatte in diesem Jahr einige Neuheiten zu bieten. Im vollbesetzten Städtischen Saalbau in Letmathe wurden zum ersten Mal Publikumspreise vergeben und die Besucher wurden Zeugen einer Video-Live-Schalte in die USA. Insgesamt wurden 78 Sportplaketten an drei Mannschaften und 31 Einzelsportlerinnen und Sportler sowie für das Ehrenamt vergeben. Sie alle wurden für ihre im vergangenen Jahr erbrachten Leistungen ausgezeichnet.
Imageträger für den Kreis
Eine Sportlerehrungs-Premiere war die Verleihung auch für Landrat Ralf Schwarzkopf: „Sie haben Ausdauer, Disziplin und Siegeswillen gezeigt und waren damit national und international erfolgreich. Sie sind Imageträger für den Märkischen Kreis, tragen Fairness und Kameradschaft über die Kreisgrenzen hinaus. Dafür gebührt ihnen ein großes Dankeschön."
Schwarzkopf dankte ebenso den Trainern, Vorständen und allen an der Vereinsarbeit Beteiligten, nicht zuletzt auch den Familien für deren Unterstützung der Aktiven. „Durch den Sport entstehen oft lebenslange Freundschaften", so der Landrat.
Sport gehört in die Schule
Der Sport bringe Menschen zusammen, sagte Günther Nülle, Vorsitzender des Kreissportbundes. „Er wirkt auch gegen Einsamkeit, bringt die Menschen zusammen." Nülle plädierte für einen höheren Stellenwert des Sports in der Schule. „Er ist ebenso wichtig für die Kinder und Jugendlichen wie Rechnen, Schreiben und Lesen", so der KSB-Vorsitzende weiter. Sport dürfe kein Lückenfüller im Unterricht sein. Ganz besondere Anerkennung und Respekt zollte Günther Nülle den ehrenamtlich Tätigen: „Ohne die Ehrenamtlichen, ohne euch, gibt es keinen Sport in den Vereinen."
2000 bei Olympischen Spielen in Sydney
Am Tag vor der Entscheidung, ob sich Deutschland mit München oder der Region Rhein-Ruhr für die Olympischen Spiele bewerben soll, stellte der Vorsitzende des Kreissportbundes, der 2000 die Olympischen Spiele im australischen Sydney erlebte, fest: „Die Olympiasieger von morgen beginnen in einer heimischen Turnhalle, auf einem Sportplatz oder in einer Schwimmhalle."
Sportabzeichen mit 90 Jahren
Für besondere Momente sorgten einige Sportlerinnen und Sportler selbst. Bernhard Lucks wurde für sein 50. Sportabzeichen geehrt. Der 90-Jährige vom SSV Halver erzählte vom ersten Mal, als er 1959 das Sportabzeichen ablegte. „Das war ganz schön knapp, ich habe es soeben geschafft. Im Laufe der Jahre ist es altersbedingt dann einfacher geworden“, hatte er die Lacher im Saal auf seiner Seite.
Einen besonderen Moment erlebte auch Manuela Labahn aus Menden. Sie wurde für ihre jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit im VfL Platte Heide ausgezeichnet. Weil sie Geburtstag hatte, gab es ein „Happy-Birthday-Ständchen“ von allen Anwesenden im Letmather Saalbau.
Video-Grüße nach Kentucky
Premiere und einer der zahlreichen Höhepunkte des Abends war die Video-Live-Schalte in die USA. Da meldete sich Sean Finkeldei auf der riesigen Leinwand im Saalbau. Er hatte im vergangenen Jahr mit der U16-NRW-Auswahl den Future Bowl im American Football gewonnen. Sean Finkeldei ist derzeit im US-Bundesstaat Kentucky und spielt dort. „Ich bleibe zunächst noch hier, komme aber voraussichtlich am 30. Juni nächsten Jahres zurück“, verriet Sean Finkeldei.
3000 vergaben Publikumspreise
Neu bei der Sportlerehrung waren in diesem Jahr auch die vergebenen Publikumspreise. Die Gewinner in den Kategorien Mannschaft, Schiedsrichter und Einzelsportler waren bei einer Online-Umfrage des Kreissportbundes ermittelt worden. Daran hatten sich gut 3000 Sportbegeisterte aus dem Märkischen Kreis beteiligt. Der Titel für die Mannschaft ging an die Footballer der Lüdenscheid Lightnings. Schiedsrichter des Jahres wurde Christian Fischer aus Hemer. Er ist seit acht Jahren Video-Schiedsrichter (VAR) im sogenannten „Kölner Keller“.
VAR beim Pokalendspiel
Höhepunkt für den Unparteiischen war bisher sein Einsatz beim DFB-Pokalendspiel im Berliner Olympiastadion. Fischer: „Da waren wir sogar vor Ort.“ Durch den Einsatz des „Video Assistant Referee“ sei der Fußball gerechter geworden. „Den Preis nehme ich stellvertretend für alle 80.000 Schiedsrichter entgegen“, bedankte sich Christian Fischer für die Auszeichnung.
MK Jenikes zweite Heimat
Längst eine Legende im Iserlohner Eishockey ist Roosters-Torhüter Andreas „Andy“ Jenike. „Es ist mir eine Ehre“, bedankte sich der Goalie für Urkunde und Sportplakette. Der Märkische Kreis sei zu seiner zweiten Heimat geworden. „Zwei meiner Kinder sind hier geboren“, sagte der dreifache Vater. Er habe das Glück gehabt, sein Hobby zum Beruf machen zu können. Jenike: „Der Profisport steht zwar immer im Blickpunkt. Aber der Breitensport vermittelt die Werte schon in jungen Jahren. Unterstützen Sie den Breitensport. Die Athleten werden es Ihnen danken und zurückzahlen.“
Landrat will zum American Football
Für das Rahmenprogramm der Sportlerehrung hatte die Altenaer Band „Leniac“ gesorgt, die zu Beginn das Lied „You simply the Best“ von Tina Turner spielten. Mit einer Stepptanz-Einlage erfreuten zwei Tänzerinnen der Ballettschule Klütermanns aus Lüdenscheid sowie Tänzerin Alexandra Lutsyk, ebenfalls aus Lüdenscheid, das Publikum.
Und dann war da noch das Versprechen von Landrat Ralf Schwarzkopf, das ihm Moderator Jan Schulte abgenommen hat, sich gemeinsam mit Plettenbergs Vize-Bürgermeister Torben Hamme beim Dartspielen zu versuchen und bei den Iserlohn Titans American Football auszuprobieren. Nach dem offiziellen Teil ging es dann noch zum gemeinsamen Imbiss.










