Die Gemeinde wird die Grundschule an der Ehrenmalstraße in den kommenden Monaten für die offene Ganztagsbetreuung (OGS) umbauen. In einer Sondersitzung am Mittwoch, 20. Mai, stimmte der Rat den entsprechenden Plänen mehrheitlich zu - und sprach sich damit zugleich gegen die ursprünglich diskutierte Containerlösung aus.

Hintergrund ist der ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise eingeführte Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für Grundschulkinder. Dafür müssen nun die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Gleichzeitig drängt die Zeit: Das Förderprogramm, über das der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde rund 280.000 Euro zur Verfügung stehen, läuft bereits zum Jahresende aus.

Die Verwaltung hatte zuletzt erklärt, dass der Platzbedarf geringer ausfalle als ursprünglich angenommen. Grundlage dafür sei eine aktuelle Umfrage zu den künftigen Schülerzahlen. Demnach sollen sowohl Unterricht als auch Ganztagsbetreuung langfristig im bestehenden Schulgebäude untergebracht werden können. Container seien deshalb nicht mehr notwendig.

Stattdessen soll das Schulgebäude umgebaut werden. Geplant ist unter anderem, die bisherige Lehrküche im Kellergeschoss künftig als Mensa zu nutzen. Dafür sind laut Verwaltung statische Maßnahmen erforderlich. Die bisherige Mensa im Dachgeschoss soll im Gegenzug zu eine multifunktional nutzbaren Fläche umgestaltet werden. Darüber hinaus sollen weitere Räume modernisiert und künftig durch die OGS genutzt werden.

Vor allem die überraschende Abkehr von der Containerlösung hatte in den vergangenen Wochen für Diskussionen gesorgt. Mehrere Fraktionen hatten umfangreiche Fragenkataloge zu Kosten, Fördermitteln und Fristen eingereicht, die die Verwaltung kurzfristig beantwortete. Aus Zeitgründen war deshalb eine zusätzliche Sondersitzung angesetzt worden.

Während CDU, Grüne und FDP schließlich dem Verwaltungsvorschlag folgten, wollte die SPD weiterhin an der Containerlösung festhalten. Die Fraktion argumentierte, Container könnten bei künftig steigenden Schülerzahlen zusätzlichen Spielraum schaffen und die Gemeinde besser auf einen möglichen Mehrbedarf vorbereiten.

"Wir sind zufrieden und werden der Vorlage der Verwaltung zustimmen", erklärte Jens Philipp Olschewski, Vorsitzender der CDU, im Rahmen der Sitzung.

Die SPD stimmte am Ende gegen die Vorlage der Verwaltung, konnte sich damit im Rat jedoch nicht durchsetzen.