Der deutliche 39:28-Sieg der SG Menden Sauerland Wölfe beim HTV Hemer hat Eindruck hinterlassen. Noch lange nach dem Abpfiff wurde im ausverkauften Grohe Forum über das Derby gesprochen. Auch die taktische Umstellung auf sieben Feldspieler und die Aussichten im Titelrennen waren Thema.
Das einseitig abgelaufene Duell zwischen dem HTV Hemer und der SG Menden Sauerland Wölfe wirkt nach. Noch lange nach dem Abpfiff und der anschließenden Pressekonferenz gab es bei Kaltgetränken und Currywurst hinreichend Gesprächsstoff. So leicht hatten sich die Gäste, die zusammen mit dem VfL Gladbeck bei jeweils 11:3 Punkten die Konkurrenz anführen, die Aufgabe im Grohe Forum nicht vorgestellt. Wölfe-Coach Ralf Heinemann informierte sich im Krankenhaus über den Live-Ticker. „Mitte der ersten Hälfte war ich mir sicher, zwei Punkte für uns."
Nach erfolgreicher OP steht Ralf Heinemann bald wieder in der Halle
Trainer Ralf Heinemann, der sich am Mittwoch einer lange geplanten OP unterziehen musste, richtet den Blick schon voraus. Nach der dreiwöchigen Spielpause steigt am 7. November (Anwurf: 19 Uhr) ein weiteres Derby. Dann kreuzt mit der SGSH Dragons ein Mitbewerber im Kampf um die Regionalliga-Spitze in der mit 1000 Zuschauern sicher ausverkauften Mendener Kreissporthalle auf. „Wir bereiten uns intensiv auf diesen starken Gegner vor. Es gibt genug Optionen, ein erfolgreiches Spiel abzuliefern."
Das 2016 eingeführte „Empty Goal“ hat auch das Derby geprägt
Es sind Bilder, die sich eingeprägt haben. Das Tor ist leer, ein von der Bank zurückeilender Keeper und ein zumeist weiter Wurf über das gesamte Spielfeld. Ein „Empty Goal“ gehört im Handball seit der Regeländerung in 2016 einfach zum Spiel dazu. Viele Trainer haben mit der neuen Taktik, für den eigenen Angriff einen weiteren Spieler zugunsten des Torhüters einzuwechseln, eine wahre Trefferflut ausgelöst. „Die Zuschauer freuen sich, viele Tore zu sehen. Das Spiel ist variantenreicher geworden, auch für uns als Trainer war das Neuland“, stellt Ralf Heinemann klar.
Fußballlehrer Hans Schmöle hat eine klare Meinung zum Derby
Die Trainer-Ikone, die in Glanzzeiten bei der SG Hemer und dem BSV Menden gearbeitet hat und lange Zeit als Hemeraner CDU-Kommunalpolitiker engagiert war, sprach es offen aus: „Die Mendener haben besonders in der ersten Halbzeit ein tolles Spiel gezeigt. Da sind bessere Leute am Ball. Der HTV muss aber den Klassenerhalt schaffen." Michael Stahl (Ex-Manager beim SV Hohenlimburg 10), der unter dem heutigen Pensionär als Spieler beim damaligen Verbandsligisten SF Oestrich kickte, stellte den Klassenunterschied in den Vordergrund. „Und das war eine tolle Atmosphäre im ausverkauften Grohe Forum.“
Meinolf Schlotmann sieht die „Sauerland Wölfe“ als Titelanwärter
Der Abteilungsleiter des Handball-Bezirksligisten Letmather TV war vom Sieger angetan: „Die Mendener haben nach der frühen Umstellung auf die Sieben-zu-Sechs-Angriffsformation eindeutig dominiert. Sie haben einen sehr starken Rückraum. Hemer hatte an diesem Tag nicht den Hauch einer Chance.“ Adam Klein, Coach des Bezirksligisten TV Lössel, sprach von einer ausgezeichneten Leistung der Wölfe, kritisierte allerdings den Verlierer: „Der HTV hat den Kampf nicht angenommen.“
Der unterlegene HTV Hemer muss erst einmal die Wunden lecken
Trainer Bosko Bjelanovic war nach der deprimierenden Derby-Niederlage natürlich geknickt. „Unser Plan war, die Drei-zwei-eins-Abwehr zu spielen. Das haben wir am Anfang auch gut gemacht. Aber Tihomir Knez hat dann auf sieben gegen sechs umgestellt. Dafür hatten wir keine Lösung. Im Angriff haben wir ein bisschen die Geduld verloren. Die zehn Tore Unterschied zur Pause waren zu viel. Aber die Jungs haben bis zum Ende gekämpft. Die anstehende Pause wird Kopf und Körper guttun."
Die HTV-Frauen liegen weiterhin souverän an der Oberliga-Spitze
Im Grohe Forum-Vorspiel (LokalDirekt berichtete) hatte der HTV Hemer den Verfolger DJK Eintracht Coesfeld mit einem 26:20-Sieg auf Distanz gehalten. Trainerin Vanessa Rohlf, die nach der Absetzung der Partie bei DJK Bösperde (Nachholtermin: 16. Dezember) mit ihrem Team erst am 14. November in einem weiteren Heimspiel gegen ASC Dortmund II wieder um Punkte spielt, gab ihrem Team eine Woche trainingsfrei. „Der Saisonstart war perfekt, aber es stehen ja noch 16 Spiele an. Zielsetzung ist weiterhin ein Platz unter den besten vier.“








