Beim jüngsten Vorlesenachmittag des Seniorenprojekts „LebensFreude“ drehte sich alles um das Thema Heimat. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah liegt? Welche Qualität die Heimat besitzt, zeigten auch die Schmalzbrote mit eingelegten Gürkchen, die es wohl nur in der Heimat gibt. Die Besucher griffen gern zu.

 

Die Veranstaltung mit den Vorlesern Fred Witte, Jutta Schubert und Erika von Alt fand in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde in deren Saal an der Kirchstraße statt. Kaffee, Streuselkuchen und Schweinsöhrchen auf den dekorierten Tischen: Es wurde ein gemütlicher Nachmittag zum Zuhören und Nachdenken.

Fred Witte stimmte die Zuhörer mit einer Passage aus Udo Weinbörners Roman „Das Feuer, die Schuld und das Schweigen“ ein.  Das Buch handelt vom Stadtbrand, der am 12. April 1725 fast ganz Plettenberg zerstörte.

Christiane Witte stimmte beliebte Volkslieder an. Fred Witte las unter anderem aus dem Roman „Das Feuer, die Schuld und das Schweigen“. Er handelt vom Stadtbrand im April 1725. Erika von Alt zitierte ein Gedicht von Theodor Fontane.lt
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Erika von Alt zitierte ein Gedicht von Theodor Fontane: „Ich bin hinauf, hinab gezogen. Und suchte Glück und sucht' es weit. Es hat mein Suchen mich betrogen Und was ich fand, war Einsamkeit.“ Jutta Schubert schilderte mit einem Schmunzeln ein Dorfidyll.

An alte Zeiten erinnerte auch das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“, das die Besucher zur Gitarrenbegleitung von Christiane Witte sangen.

Danach zitierte Fred Witte Annette von Droste-Hülshoff.  Die Schriftstellerin aus dem Münsterland (1797 bis 1848) beschrieb einst das Sauerland als „nicht der Hort der Träume und Märchen“ und den Sauerländer als Menschen „ohne einen starken Zusatz von Schlauheit, Verschlossenheit und praktischer Verstandesschärfe, und selbst der sonst Beschränkteste unter ihnen wird gegen den gescheitesten Münsterländer fast immer praktisch im Vorteil stehen.“ Fred Witte erntete Gelächter. 

Moderatorin Silke Vieregge mit dem goldfarbenen Hahn: Er ist ein Stück Plettenberger Geschichte.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Was bedeutet für mich Heimat? Antworten auf diese Frage konnten die Besucher auf kleine Karten schreiben und an eine große Tafel heften. Silke Vieregge vom Projekt LebensFreude, die den Nachmittag moderierte, trug die Antworten vor. Sie hatte ein Stück Heimat mitgebracht: Den Hahn, der früher die Kirchturmspitze schmückte. Der goldfarbene Vogel war auf mysteriöse Weise verschwunden. Nach sechseinhalb Jahren tauchte er im Februar 2020 wieder auf. Ein Telekom-Mitarbeiter fand ihn in einer Wiese etwa hundert Meter von der Kirche entfernt. Auch an diese Geschichte erinnerten sich die Besucher. Später frischte ein Quiz zum Thema Sauerland das Gedächtnis der Besucher auf.   

 Wenn’s um Heimat geht, darf Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio nicht fehlen. Sein wohl bekanntestes Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ stimmte Christiane Witte zum Abschluss des Nachmittags an.