Die Handballer der SGSH Dragons haben ihr Heimspiel gegen das Team Interaktiv.Handball am Samstagabend, 28. Februar, mit 36:40 (14:19) in den Sand gesetzt. 36 eigene Treffer genügen nicht, um von der zeitgleichen Pleite von Melsungen II zu profitieren und den Abstand zum rettenden Ufer zu verkürzen.

In der Dritten Liga Südwest ging es am Samstagabend in der Sporthalle Löh erneut hoch her - und erneut waren dabei die Begriffe Torfestival und SGSH eng miteinander verwoben: Beim 36:40 (14:19) gegen Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen kassierten die Sauerländer zum wiederholten Mal 40 Gegentreffer und lieferten ihren Fans ein Spiel der Extreme: Vorne hui, hinten rückfällig in alte Muster. Ohne die wichtigen Stützen Julian Thomas, Erik Blaauw, Luis Buschhaus und Felix Jaeger fehlten wichtige Optionen vorne wie hinten, wie sich insbesondere Ende der ersten Hälfte und zu Beginn des zweiten Abschnitts zeigen sollte.

Die SGSH startete zwar mutig und ging durch Brian Gipperich früh in Führung,  allerdings war auch der Gast aus Düsseldorf von Beginn an effizient. Während die Dragons immer wieder Lösungen im Positionsangriff fanden, agierten die statistisch eher offensivfaden Rheinländer überraschend spielfreudig. Hendrik Stock, Luca Elias Schulz und Nicolas Körber nutzten die Lücken in der SGSH-Deckung konsequent. Nach dem 8:8 (11.) bis zu welchem die Sauerländer stets vorzulegen wussten, zog Ratingen erstmals davon und stellte mit einem Zwischenspurt auf ein aus Sauerländer Sicht ernüchterndes 14:19 zur Pause. Immer, wenn die Dragons Anschluss fanden, antwortete Düsseldorf postwendend. Technische Fehler und verlorene Zweikämpfe im Rückzug verhinderten, dass sich die Jonovski-Sieben nachhaltig heranarbeiten konnte.

SGSH läuft die Zeit davon

Nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Dragons nach zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstanden mehrfach wieder auf fünf und später sogar auf vier Tore heran. Beim 27:32 (49.) keimte noch einmal Hoffnung auf, allerdings blieb Düsseldorf cool und Herr der Lage, während die SGSH weiter zu leichte Gegentore kassierte – oft nach schnellen Mitte-Anwürfen oder einfachen Kreuzbewegungen. In der Schlussphase ging es so früh nur noch um Schadensbegrenzung. Zwar verkürzten Plate, Panisic und Jaeger noch einmal, der 4:0-Lauf der SGSH wenige Minuten vor dem Ertönen der Sirene verkam indes zu nicht mehr als dem Tropfen auf dem heißen Stein.

Unter dem Strich steht ein Spiel, das sinnbildlich für die Saison der Dragons steht: Enormes Offensivpotenzial, aber defensive Baustellen, die auf diesem Niveau gnadenlos bestraft werden. Dass die Düsseldorfer, bislang kein Synonym für Offensivfeuerwerk, ausgerechnet im Schalksmühler Löh 40 Treffer erzielen, passt ins Bild eines wilden Abends. Allerdings ringen nicht nur die Dragons weiter um Stabilität: Melsungen II unterlag zeitgleich Longerich deutlich mit 29:44, der Rückstand in der Tabelle beträgt damit weiterhin vier Punkte. Für die SGSH heißt es nun, aus der Partie die richtigen Schlüsse zu ziehen, um in den kommenden Spielen gegen die direkte Konkurrenz keine Geschenke zu verteilen.

Match Facts
SGSH Dragons 36:40 Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen
SGSH Dragons: Gipperich (6), Panisic (2), Gernus, Pacek, Geitmann, Plate (4),  Bach, N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (2), Börner (3), Klinkby-Knudsen (1), P. Jaeger (11/1), Voss (1), M. Jaeger (6/1).
Schiedsrichter: Lukas Schwarzmeier, Bela Stewen.
Siebenmeter: SGSH 3/5 (verworfen: P. Jaeger, M. Jaeger/je 1) - IHDR 1/1
Zeitstrafen: SGSH 4 - IHDR 4